Nothilfe für Ecuador

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  • Erdbeben - 19.04.2016

Beim schwersten Erdbeben seit Jahrzehnten in Ecuador sind über 400 Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte das Sicherheitsministerium des lateinamerikanischen Landes am Montagabend mit. Auch Hilfs- und Spendenaktionen sind inzwischen angelaufen. Kolumbien, Mexiko, Chile, Argentinien und El Salvador hätten zugesagt, so schnell wie möglich Katastrophenhelfer zu schicken, berichtete Vize-Innenminister Diego Fuentes am Sonntagabend (Ortszeit).

Bundespräsident Joachim Gauck bekundete seinem ecuadorianischen Amtskollegen Rafael Correa am Montag sein Beileid. „Ich wünsche Ihnen und dem ganzen Land viel Kraft bei den noch andauernden Rettungsarbeiten“, schreibt Gauck. Im Vatikan rief Papst Franziskus zu Gebet und Hilfe auf.

Correa kehrte am Sonntag von einer Europa-Reise aus dem Vatikan zurück und fuhr direkt ins Erdbebengebiet. Am späten Abend sprach er von einem schweren Schlag und der „größten Tragödie der vergangenen 67 Jahre“. Jedoch gebe es noch viele Lebenszeichen aus den Trümmern.

Tief betroffen zeigte sich der Münchner Kardinal Reinhard Marx von der Erdbebenkatastrophe in Ecuador. Seit über 50 Jahren pflegt seine Erzdiözese eine lebendige Partnerschaft mit dem südamerikanischen Land.

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Kardinal Marx versichert Menschen Unterstützung

Auch der Münchner Kardinal zeigte sich tief betroffen von dem Erdbebenunglück in Ecuador. Der Andenstaat ist seit mehr als 50 Jahren Partnerland der Erzdiözese München und Freising. „Erfüllt von Trauer, sind wir in unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern dieser schrecklichen Katastrophe“, versicherte Marx, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist, am Montag in München. Die Erzdiözese werde einen Sonderfonds für Soforthilfe einrichten.

Alexander Sitter, der als Koordinator der Partnerschaft selbst derzeit in Quito ist, berichtete laut Mitteilung von einem sich erst allmählich einstellenden Bild über das Ausmaß der Zerstörung. Zumindest aber seien die 13 jungen Frauen und Männer aus der Erzdiözese unverletzt, die sich im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Ecuador und in Schulen oder sozialen Einrichtungen engagierten.

Bischöfe starten Spendenkampagne

Ecuadors katholische Bischofskonferenz hat derweil eine Spendenkampagne gestartet. Die EU stellte eine Million Euro bereit. Experten der EU-Kommission seien bereits auf dem Weg, teilte der Kommissar für Humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, in Brüssel mit.

Hilfswerke in Deutschland wie Caritas international, Misereor, die Diakonie-Katastrophenhilfe und die Johanniter begannen ebenfalls mit Soforthilfe und riefen zu Spenden auf. Caritas international stellte 100.000 Euro bereit, das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor 50.000 Euro. Auch die Aktion „Deutschland hilft“ entsandte Helfer. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef beschaffte 20.000 Tabletten zur Desinfektion von Trinkwasser.

Die Abgeordneten des ecuadorianischen Parlaments sagten zu, zehn Prozent ihrer Gehälter von April und Mai zu spenden. In vielen Städten sammelten Bürger und Behörden Sachspenden, so dass sich zum Teil lange Schlangen vor den Annahmestellen bildeten. Viele Ärzte und Sanitäter machten sich als freiwillige Helfer auf den Weg an die Küste. Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte das südamerikanische Land am Samstagabend getroffen. In den ersten gut 24 Stunden nach dem Erdstoß wurden mehr als 130 leichtere Nachbeben registriert.

Irische Ordensfrau stirbt als Helferin

Auf Twitter luden Nutzer Dutzende Fotos von Menschen hoch, die noch vermisst werden. Lokale Medien berichteten immer wieder über Überlebende, die aus Trümmern geborgen werden konnten. Unter den Todesopfern sind offenbar auch eine irische Ordensfrau und fünf junge Postulantinnen ihres Ordens. Eine Treppe sei eingestürzt, als die 33-Jährige eine Gruppe von Schülerinnen aus ihrer Schule in Playa Prieta in Sicherheit habe bringen wollen, teilte die Familie britischen Medien mit.

Ecuador liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt. Es gehört zu den Ländern in Lateinamerika, die am anfälligsten für Naturkatastrophen sind. Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, 11 Prozent gelten als unterernährt. (lek/KNA)

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Spenden

Caritas international und Misereor rufen zu Spenden auf:

  • Caritas international, Freiburg;
    IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
    BIC: BFSWDE33KRL
    Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
    Stichwort: Erdbebenhilfe Ecuador
    Oder online unter: www.caritas-international.de
  • Bischöfliches Hilfswerk MISEREOR e. V.
    IBAN: DE75 3706 0193 0000 1010 10
    BIC: GENODED1PAX
    Pax-Bank Aachen
    Stichwort: S05172 Ecuador
    Oder online unter: www.misereor.de