Missio warnt zu Ostern vor Anschlägen in Krisenstaaten

  • Bedrängte Christen - 24.03.2016

Das katholische Hilfswerk Missio Aachen sieht an den Kar- und Ostertagen eine erhöhte Gefahr für Anschläge auf christliche Einrichtungen. Die Gefahr bestehe „in Ländern, in denen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit durch staatliche Eingriffe und gesellschaftliche Feindschaften stark eingeschränkt ist“, sagte Missio-Präsident Klaus Krämer am Donnerstag in Aachen. Neben den Krisenstaaten des Nahen und Mittleren Ostens befürchteten auch Indien, Pakistan und Nigeria Zwischenfälle.

In Indien hätten regional und lokal tätige Hindu-Extremisten Aktionen angedroht, die Christen bedrohten, so das Hilfswerk. „In Indien bitten unsere Partner ausdrücklich die staatlichen Sicherheitskräfte, Übergriffe auf Gläubige und Kirchen während der Karwoche und Ostern zu verhindern“, berichtete Krämer.

Auch in Pakistan gehe die Gefahr von gelenkten Empörungen durch Islamisten aus, die fanatisierte Menschenmengen gegen Christen aufstachelten. Die Stimmung sei angespannt, weil die pakistanische Regierung am 29. Februar den landesweit bekannten Mörder des früheren Gouverneurs der Provinz Punjab hinrichtete. Dieser habe sich 2011 für eine Reform der sogenannten Blasphemiegesetze ausgesprochen. „Es besteht die Gefahr, dass zu Ostern Fanatiker Übergriffe auf Kirchen und Christen mit dieser Hinrichtung rechtfertigen“, so Krämer weiter.

Die nigerianische Kirche habe ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht, teilte Missio mit. Sie verstärke vor und nach den Gottesdiensten ihre eigenen Sicherheitsvorkehrungen. Zudem würden die Sicherheitsbehörden des Landes auf den Straßen vor allem in den Städten eine sichtbar erhöhte Präsenz zeigen, um mögliche Aufwiegler abzuschrecken.

Erzbischof Kaigama: Die Osterhoffnung enttäuscht uns nie.

Schwarzbach/Missio

„In Nigeria liegt Angst in der Luft“

„In Nigeria liegt immer Angst in der Luft, wenn hohe religiöse Feste bevorstehen, berichtete uns in dieser Woche Erzbischof Ignatius Kaigama, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Nigeria“, so der Missio-Präsident. Die Kirche habe die Gläubigen aufgerufen, die Karwoche und Ostern mit Ruhe und Umsicht zu feiern, aber nie die Hoffnung aufzugeben, dass Gewalt und Terror nicht das letzte Wort hätten. Gleichwohl sei in den ländlichen Gebieten im Norden Nigerias, in denen kein Militär präsent sei, die Angst vor Anschlägen höher als im übrigen Nigeria, wie Bischof Steven Mamza aus Yola gegenüber Missio berichtet habe.

Krämer appellierte an alle Gläubigen weltweit, sich nicht durch Extremisten gegeneinander ausspielen zu lassen. „Wir müssen uns als Christen, Muslime, Juden und Angehörige anderer Religionen gemeinsam gegen Hass und Gewalt stellen“, betonte der Missio-Präsident. Es mache ihm Hoffnung, wenn zum Beispiel in Nigeria und Pakistan christliche und muslimische Gläubige kooperierten, um an Ostern Anschläge auf Kirchen oder Christen im Vorfeld zu verhindern.

„Der interreligiöse Dialog ist das beste Mittel, um langfristig und nachhaltig friedliche Gesellschaften zu schaffen und so auch die bedrängten und verfolgten Christen zu schützen“, so Krämer. (lek/KNA/Missio)

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