Wer hat, dem wird gegeben?

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  • Soziale Ungleichheit - 17.03.2016

Die 62 reichsten Menschen der Welt besitzen genauso viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung mit über 3,5 Milliarden Menschen. Dieses Ergebnis einer im Januar veröffentlichten Oxfam-Studie zeigt einen Trend, der auch für Deutschland gilt: Die Vermögensungleichheit nimmt zu und die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer weiter.

Das Buch „Wer hat, dem wird gegeben?“ von P. Jörg Alt und P. Patrick Zoll erscheint am 11. April im Echter-Verlag.

Jesuitenmission

Wie kann dieser Entwicklung entgegengesteuert werden? Ist Besteuerung von Reichtum ein sinnvolles Instrument? Oder gibt es bessere Alternativen? Auf diese Fragen antworten 16 namhafte Autoren im neuen Buch „Wer hat, dem wird gegeben? Besteuerung von Reichtum: Argumente, Probleme, Alternativen“, das von dem Jesuitenpater Jörg Alt herausgegeben wird. Das Buch ist ab dem 11. April im Handel erhältlich.

Mit Steuergerechtigkeit und Armut beschäftigt sich Alt seit 2013 im Rahmen eines internationalen Forschungsprojektes, das er gemeinsam mit afrikanischen Kollegen zweier Sozialzentren in Kenia und Sambia durchführt. Der 54-jährige Jesuit, der unter anderem die Kampagne „Steuer gegen Armut“ zur Einführung der Finanztransaktionssteuer erfolgreich etabliert hat, leitet die Stabsstelle Advocacy & Research in der Jesuitenmission Nürnberg.

Am 11. April in der Akademie Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg wird der Ordensmann die Hauptergebnisse des Buches vorstellen. Anschließend folgt eine Podiumsdiskussion mit fünf Diskutanten:

  • Der Besitzer eines großen Vermögens, der im Vorfeld der Veranstaltung ungenannt bleiben möchte. Er versteht sich primär als Unternehmer und lehnt eine höhere Besteuerung ab, da sie aus seiner Sicht mittelständische Unternehmen in ihrer Existenz bedrohen würde. Im Vermögensranking 2015 des Manager Magazins stand seine Familie auf Platz 270 mit einem geschätzten Vermögen von 500 Millionen Euro.
  • Harald Riedel, Kämmerer der Stadt Nürnberg. Er wird zum Thema Stiftungen sprechen als alternative Finanzierungsquellen für Kommunen.
  • Kärim Chatti, Head of Sales Germany des Vermögensverwalters responsAbility. Er wird die Konzepte Corporate Responsible Investment und Development Investment vorstellen, die Armutsverringerung und Profitabilität für Investoren zu verbinden suchen.
  • Markus Meinzer, Senior Analyst, Tax Justice Network International. Er wird auf dem Hintergrund seines Buchs „Steueroase Deutschland“ für Verbesserungen im Steuerrecht, in der Ausstattung von Steuerbehörden sowie der nationalen und internationalen Kooperationsmöglichkeiten von Steuerbehörden eintreten.
  • Martin Wilde, Geschäftsführer des Bundes Katholischer Unternehmer. Er plädiert für fairen Wettbewerb für Unternehmen aller Größenordnungen sowie für die gleiche Besteuerung aller Einkunftsarten als Grundprinzipien der Verteilung in einer sozial-marktwirtschaftlichen Wertschöpfung.

Anmeldung und Buchbestellung bei:

Judith Behnen
behnen@jesuitenmission.de
Telefon: 0911/2346-159

Information

P. Jörg Alt; P. Patrick Zoll (Hg.):
„Wer hat, dem wird gegeben? Besteuerung von Reichtum: Argumente, Probleme, Alternativen“
200 Seiten, Echter Verlag Würzburg 2016
16,80 Euro

Bestellungen ab 11. April bei behnen@jesuitenmission.de

© Jesuitenmission

17.03.2016

Auch die Europäischen  Justitia et Pax Kommissionen befassten sich auf ihrer jährlichen Konzertierten Aktion mit der wachsenden wirtschaftlichen Ungleichverteilung und möglichen Folgen für die Besteuerung.

Wie die deutsche Justitia-et-Pax-Vertretung am Donnerstag in Bonn mitteilte, setzten sich die Kommissionen dafür ein, den neuen Vorstoß der Europäischen Kommission zur Harmonisierung der Körperschaftssteuer-Bemessungsgrundlagen aktiv zu unterstützen, Steuerschlupflöcher zu schließen und die EU-Richtlinie über den automatischen Austausch von Steuervorbescheiden bis 01. Januar 2017 in nationales Recht umzusetzen.

Weitere Informationen finden Sie in der Erklärung der Europäischen Justitia et Pax Kommissionen zur Konzertierten Aktion 2016:


Erklärung zur Konzertierten Aktion 2016