Hilfswerke starten Kampagne gegen Konfliktmineralien

  • Rohstoffe - 07.03.2016

Der kirchliche Entwicklungsdachverband CIDSE startet eine Kampagne gegen Konfliktmineralien. Über eine Internetseite können Bürger einen vorgefertigten Brief an zuständige Politiker senden und sich für einen Stopp des Handels mit Konfliktmineralien einsetzen, teilte der Verband am Montag in Brüssel mit.

Bürgern werde so die Möglichkeit gegeben, aktiv zu werden. Sie könnten zeigen, dass sie „sich nicht mitschuldig machen wollen an der totalen Ausbeutung und dem Handel mit den Rohstoffen“, erklärte der CIDSE-Generalsekretär, Bernd Nilles. In dem vorgefertigten Schreiben heißt es unter anderem: „Ich mache mir große Sorgen, dass sich hinter den Produkten, die ich kaufe, eine Leidensgeschichte verbirgt.“

Als Konfliktmineralien gelten Rohstoffe, mit denen bewaffnete Konflikte und Gewalt finanziert werden. Oft werden diese Rohstoffe wie Gold, Tantal, Wolfram und Zinn in Computern, Telefonen oder Autos verarbeitet.

Das EU-Parlament hatte im vergangenen Mai verbindliche Regeln für den Handel mit Konfliktmineralien verabschiedet. Europäische Importeure sollen demnach die gesamte Lieferkette für entsprechende Mineralien überprüfen. Hersteller etwa von Mobiltelefonen, Kühlschränken oder Autos würden somit verpflichtet, ihre Beschaffungskanäle zu überprüfen und sicherzustellen, dass durch ihre Einkäufe keine bewaffneten Konflikte und Gewalt finanziert werden.

Vergangenen Monat haben die Verhandlungen zu dem Gesetzesvorschlag zwischen dem Parlament, der Kommission und den 28 Mitgliedstaaten im Rat begonnen. Während sich das Parlament für eine verbindliche Regelung einsetzt, fordern die EU-Mitgliedstaaten eine Teilnahme auf freiwilliger Basis.

Zur Kampagne: www.justicepaix.be/konfliktmineralien

© KNA

Rohstoffe - 01.02.2016

Rohstoffe für die Produktion von Laptops oder Handys finanzieren direkt oder auf Umwegen Konflikte auf der Welt: Diesem Tatbestand wollen die USA und jetzt auch Europa Herr werden. Vor den heute beginnenden EU-Verhandlungen zu Konfliktrohstoffen fordern Entwicklungsorganisationen strengere Regeln und mehr Transparenz.


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Petition

Mit einer Petition fordert ein Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dazu auf, sich im Namen Deutschlands für eine verbindliche und menschenrechtsbasierte Verordnung für Konfliktmineralien auszusprechen.

Zur Petition

 

Auch das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor ist Teil des CIDSE-Netzwerks und setzt sich gegen den Handel mit Konfliktrohstoffen ein. Konkret verlangt Misereor von den EU-Staaten:

 

  • sich vollständig an den Sorgfaltspflichten der OECD-Leitlinien zu orientieren
  • alle Firmen, die die genannten Rohstoffe, in welcher Form auch immer, erstmals auf den europäischen Markt bringen, in eine verpflichtende Verordnung einzuschließen
  • im  Text der Verordnung die schrittweise Umsetzung von Sorgfaltspflichten durch Unternehmen zu berücksichtigen
  • den schwächsten Gliedern in der Förderkette, den Kleinschürfern, unterstützend zur Seite zu stehen

 

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