Pharmazeutische Ausbildung in Tansania gestärkt

  • Gesundheit - 26.02.2016

Organisationen des Staates, der Kirche und der Privatwirtschaft in Tansania und Deutschland wollen in einer Kooperation die Infrastruktur des Gesundheitssektors in Tansania stärken und ausbauen. Konkret sollen in dem afrikanischen Land mehr qualifizierte pharmazeutisch-technische Fachkräfte ausgebildet werden. Das teilte die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) am Donnerstag in Bonn mit.

Der Chief Medical Officer des tansanischen Gesundheitsministeriums, Muhammad B. Kambi, bekräftigte, es brauche koordinierte Anstrengungen aller beteiligten Akteure, um das gemeinsame Ziel eines besseren Zugangs zu qualitativ hochwertigen und sicheren Medikamenten für alle zu erreichen. Der Gesundheitsexperte äußerte sich auf einem Dialogworkshop mit mehr als 40 Verantwortlichen aus Kirche, Staat und Pharmaunternehmen aus Tansania, Deutschland und Kenia.

Vor allem im ländlichen Raum sei es bislang schwer zu gewährleisten, dass die Patienten verlässliche Medikamente bekämen und nicht eine der vielen Fälschungen oder Mittel von minderwertiger Qualität, wie Erzbischof Ruwa´ichi OFM Cap, Vorsitzender der Gesundheitskommission der tansanischen Bischofskonferenz, erläuterte. „Alle Beteiligten müssen sich zu einer dringend erforderlichen Partnerschaft verpflichten, damit das Menschenrecht auf Gesundheit für alle gilt“, so der Erzbischof.

Exposure- und Dialogprogramm in Tansania

Wie die GKKE mitteilte, hatten Anfang Februar 21 Verantwortliche aus Kirche, Staat und Pharmaunternehmen aus Deutschland, Tansania und Kenia an einem Exposure- und Dialogprogramm (EDP) zur Stärkung der Infrastruktur im Gesundheitssektor in Tansania teilgenommen. Dabei erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in den Alltag von jungen Menschen, die eine Ausbildung als pharmazeutisch-technische Fachkraft absolvieren.

Hintergrund des EDP war ein Kooperationsvorhaben der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), dem tansanischen kirchlichen Ausbildungsinstitut Kilimanjaro School of Pharmacy sowie den deutschen Unternehmen Boehringer Ingelheim, Merck und Bayer HealthCare. In dem dreijährigen Projekt soll der Ausbau von fünf pharmazeutischen Ausbildungseinrichtungen in Tansania unterstützt werden. Zudem lanciert das Kooperationsvorhaben die Einführung eines neuen staatlich anerkannten Ausbildungsgangs.

„Die länderübergreifende Kooperation von kirchlichen, staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren hat sich gelohnt. Das wurde uns in Tansania bestätigt“, lobt Gertrud Casel das Projekt. Sie ist Geschäftsführerin des EDP e. V. und der GKKE auf katholischer Seite.

Die Initiative für das Kooperationsvorhaben und für das EDP ging vom GKKE-Pharmadialog aus, einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung und des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen. Die darin engagierten Vertreter von Pharmaunternehmen und Kirchen suchen Wege zur Bekämpfung tropischer Armutskrankheiten und zur Verbesserung der Gesundheitsinfrastruktur in Entwicklungsländern. (lek/GKKE)

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Die GKKE

Die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) wurde 1973 als ökumenischer Arbeitsverbund zur Entwicklungspolitik gegründet. Sie steht im Gespräch mit politischen Institutionen und gesellschaftlichen Interessengruppen. Getragen wird die Konferenz von der katholischen Menschenrechts- und Entwicklungskommission Justitia et Pax und von „Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst“.

www.gkke.org