Kirche fordert von Obama Abschiebestopp

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  • Migration - 13.01.2016

Die US-Bischofskonferenz fordert von der Regierung einen Abschiebestopp von illegalen Zuwanderern aus Zentralamerika. In den vergangenen Monaten häuften sich die Fälle von Ausweisungen von Einwanderern aus jener Region, berichtet der vatikanische Fidesdienst.

In einem Schreiben an den Leiter des „Department of Homeland Security“, Jeh Johnson, äußern sich die bischöfliche Kommission für Migranten und ein katholisches Migrantennetzwerk „sehr besorgt“ im Hinblick auf die bevorstehende Ausweisung von zentralamerikanischen Migranten, darunter Mütter und ihre Kinder.

Die zuständigen Bischöfe erinnern in ihrem Schreiben daran, dass vor allem in den US-Bundesstaaten Georgia, Texas und North Carolina bisher 121 Migranten festgenommen wurden, denen eine Ausweisung bevorsteht. „Diese Aktionen verängstigten die Migranten und beeinträchtigen ihr Vertrauen in die Sicherheitskräfte“, heißt es in dem Brief.

Die Bischöfe erinnern auch daran, dass Präsident Barack Obama im November 2014 erklärte, dass eine Regierung zwar auch künftig Kriminelle und Bandenmitglieder ausweisen werde, aber keine Familien, Kinder oder Mütter, „die hart arbeiten, um ihren Unterhalt zu verdienen“. In diesem Zusammenhang betonen sie, dass die jüngsten Aktionen dieser Aussage widersprächen.

In den vergangenen Wochen hatten die US-Bischöfe die Regierung immer wieder gebeten, die „schädliche Praxis der Festnahme von Frauen und Kindern“ einzustellen und den Kongress dazu aufgefordert, „humanitäre Maßnahmen in Zentralamerika auf den Weg zu bringen, die dazu beitragen die Gewalt zu bekämpfen und Situationen zu beenden, die dazu führen, dass die Menschen ihre Heimat verlassen“. Der Forderung nach der Einstellung von Ausweisungsverfahren für Migranten, die vor Konflikten fliehen, schlossen sich auch 146 Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei an.

Kirche in El Salvador fordert Reform des US-Einwanderungsgesetzes

Auch die Kirche in El Salvador rief die USA dazu auf, die Abschiebung von Migranten aus dem mittelamerikanischen Land zu beenden. San Salvadors Erzbischof Jose Luis Escobar appellierte am Sonntag (Ortszeit) an US-Präsident Barack Obama: „Das ist ungerecht. Das sind keine Kriminellen, die abgeschoben werden müssen. Es handelt sich um einfache, gute, ehrliche Menschen, die sich einfach nur ein besseres Leben erhoffen.“ Stattdessen müsse Obama zum Ende seiner Amtszeit eine Reform des Einwanderungsgesetzes vorantreiben, die es den in den USA ohne gültige Aufenthaltspapiere lebenden Mittelamerikanern ermögliche, ihre Präsenz zu legalisieren.

Im vergangenen Jahr hatten die USA fast 100.000 Einwanderer ohne gültige Aufenthaltspapiere aus dem sogenannten mittelamerikanischen Dreieck der Länder Honduras (36.416), Guatemala (31.442) und El Salvador (21.752) in ihre Heimat abgeschoben. Die in den USA lebenden Salvadorianer schickten im Jahr 2014 umgerechnet rund vier Milliarden Euro in ihre Heimat. Diese Einkünfte machten fast 15 Prozent des Bruttosozialproduktes von El Salvador aus. (Radio Vatikan/KNA)

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