Kirche erinnert zu Weihnachten an verfolgte Christen

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  • Bedrängte Christen - 17.12.2015

Die Situation der Christen in Syrien steht in diesem Jahr im Mittelpunkt des „Gebetstags für verfolgte und bedrängte Christen“, den die katholische Kirche in Deutschland am Zweiten Weihnachtstag begeht. In den Gottesdiensten solle besonders der Christen gedacht werden, die weltweit Opfer von Ausgrenzung und Unterdrückung seien, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Dienstag in Bonn mit.

Der Gedenktag findet jeweils am Fest des heiligen Stephanus statt, der laut Bibel der erste Märtyrer des Christentums war. Die Bischofskonferenz stellt Gebetstexte, ein Dossier zur Lage in Syrien und im Irak sowie die Arbeitshilfe „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen – Syrien“ zur Verfügung.

Mit Blick auf die anhaltenden Christenverfolgungen im Nahen Osten und weltweit sagte Papst Franziskus am 1. März 2015: „Ich will allen, die von Verfolgung und Gewalt betroffen sind, versichern, dass wir sie nicht vergessen, dass wir ihnen nahe sind und dass wir inständig beten, dass dieser unerträglichen Brutalität, deren Opfer sie sind, bald ein Ende gemacht werde.“ Diesem Gebet will sich die Kirche in Deutschland anschließen.

Der Gebetstag am 26. Dezember ist Teil der 2003 gegründeten Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit“, mit der die deutschen Bischöfe verstärkt auf die Diskriminierung und Verfolgung von Christen in verschiedenen Teilen der Welt aufmerksam machen wollen. Dies geschieht durch ein jährlich herausgegebenes Informationsheft, Gespräche mit politisch Verantwortlichen in Deutschland, Besuche von Bischöfen aus bedrängten Ortskirchen, Fürbitten sowie der Bereitstellung von vierteljährlich wechselnden Gebetsmeinungen.

Darüber hinaus wird die Deutsche Bischofskonferenz gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland 2016 den zweiten „Ökumenischen Bericht zur Lage der Religionsfreiheit von Christen weltweit“ vorlegen, der als wissenschaftliche Studie die Situation von Christen beleuchtet.

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„Stephanuskreis“ der Union informiert über Religionsfreiheit

Der „Stephanuskreis“, ein Gesprächskreis für Religionsfreiheit innerhalb der Unions-Bundestagsfraktion, wird künftig einen eigenen Newsletter veröffentlichen. Die „Stephanuspost“ soll alle drei Monate erscheinen, wie der Vorsitzende, Heribert Hirte (CDU), am Montag bekanntgab. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, weltweit für Religionsfreiheit und religiöse Toleranz einzutreten und insbesondere verfolgten Christen ein Forum auf politischer Ebene einzuräumen“, so Hirte im Vorwort der ersten Digitalausgabe, die in gedruckter Form auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe veröffentlicht wurde.

Der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) erinnerte in einem Grußwort daran, dass in vielen Regionen der Welt „religiöse Minderheiten benachteiligt, diskriminiert und verfolgt werden“. Die am stärksten betroffene Gruppe sei nach wie vor die der Christen, so Kauder.

Der vor fünf Jahren ins Leben gerufene Kreis umfasst inzwischen nach eigenen Angaben 87 Abgeordnete. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der Situation verfolgter Christen in aller Welt. (KNA)