Patriarch fordert deutschen Einsatz für Versöhnung in Nahost

  • Syrien - 03.12.2015

Die deutsche Regierung solle sich stärker für die Versöhnung zwischen den verschiedenen Konfliktparteien in Syrien und im Irak engagieren. Diesen Wunsch äußerte der Patriarch der syrisch-katholischen Kirche, Ignatius Youssef III. Younan, in einem Gespräch mit dem Vizerektor des Collegium Orientale Eichstätt, Thomas Kremer, das im Blog „weitblick“ der Diözese Eichstätt veröffentlicht wurde.

Die Aufnahme von syrischen Flüchtlingen in Deutschland nannte er „eine schöne Geste von Freundschaft, Geschwisterlichkeit und Gastfreundschaft“. Aus humanitärer Sicht sei das sehr lobenswert. „Wir wünschen uns, dass die deutsche Regierung sich nicht darauf beschränkt, Flüchtlinge aufzunehmen, sondern dass sie sich mit allen Beteiligten guten Willens zusammentut, um die Konfliktparteien zu versöhnen“, sagte Younan.

Deutschland müsse noch einen Schritt weitergehen, um die wahren Ursachen für den Exodus von Hunderttausenden Syrern zu ergründen. „Die westlichen Länder haben die Konflikte geschürt und nicht geholfen, die Konfliktparteien zu versöhnen und im Dialog eine demokratische Lösung zu finden“, sagte das Oberhaupt der syrisch-katholischen Kirche. Die westeuropäischen Länder müssten sich noch stärker darin engagieren, den Ländern des Vorderen Orients zu helfen, eine stabile Situation in Frieden und Wohlstand wieder zu erlangen, insbesondere indem der gegenseitige Respekt wiederhergestellt werde.

„Wenn Deutschland und Europa etwas zu sagen haben, sollten sie nicht nur die eigenen materiellen Interessen verfolgen und dabei die Prinzipien und Werte vergessen, auf denen Europa gegründet worden ist“, mahnte Younan.

Patriarch Ignatius Youssef III. Younan war Ende November zu Besuch in der Diözese Eichstätt. Das ausführliche Interview ist unter weitblick.bistum-eichstaett.de abrufbar.

© Bistum Eichstätt