Bischof ruft zu Widerstand gegen Handelsabkommen auf

  • Mexiko - 01.12.2015

Mit Blick auf das umstrittene Freihandelsabkommen der „Transpazifischen Partnerschaft (TPP)“ ermuntert der mexikanische Bischof und Menschenrechtler Raul Vera die Kleinbauern zur Bildung von friedlichen Zellen zur Verteidigung. Es gelte, um Recht auf Land, Obdach und Arbeit zu kämpfen, wird Vera von mexikanischen Medien (Montag Ortszeit) zitiert.

Der Bischof knüpft damit an die von Papst Franziskus eingeführten Begriffe der drei „T“ in spanischer Sprache an: „tierra, techo, trabajo“. Unterstützt wird Vera bei seinem Aufruf von der Campesino-Organisation FAC; sie sehen wie der Bischof von Saltillo vor allem die Kleinbauern als Verlierer des Abkommens. Sie könnten Land und Markteinfluss an große Agrarunternehmen verlieren.

Im Oktober hatten die USA und elf Pazifik-Anrainerstaaten ein Freihandelsabkommen geschlossen. Die TPP soll viele Zollschranken für Handel und Investitionen abbauen. Unterzeichnet haben Australien, Brunei, Kanada, Chile, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur, Vietnam und die USA; sie stehen zusammen für etwa 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Die Auseinandersetzungen um den Pazifik-Handel der USA werden auch in Europa mit großem Interesse verfolgt. Die Vereinigten Staaten und die EU verhandeln derzeit über das Freihandelsabkommen TTIP. Ziel der „Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft“ ist, Wirtschaftswachstum und Schaffung von Arbeitsplätzen voranzutreiben.

Dazu gehört der Abbau von Handelshemmnissen, etwa branchenweiten Zöllen. Auch Hürden, die über Zollgrenzen hinausgehen, wie zum Beispiel unterschiedliche technische Regelwerke, Normen und Zulassungsverfahren, sollen geringer werden. Weiteres Ziel der Verhandlungen ist es, die Märkte in den USA und der EU für Dienstleistungen, Investitionen und öffentliche Vergabeverfahren zu öffnen.

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