Viele Schritte für die Schöpfung

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  • Klimapilgerweg - 20.10.2015

Wer zu Fuß geht, nimmt mehr „Klimaschmerzpunkte“ wahr, sagt Klimapilger Ulrich Klauke aus dem Erzbistum Paderborn. Ziel des ökumenischen Marsches nach Paris, an dem sich der Diplomtheologe beteiligt, ist ein ambitioniertes Klimaabkommen. Im Interview mit dem Kölner Domradio spricht Klauke über Sinn und Zweck des Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit.

Frage: Wo erwischen wir Sie gerade?

Klauke: Wir gehen hier gerade am Dattel-Hamm-Kanal in Lünen und wir sind gerade mit 150 Leuten auf dem Weg in die Dortmunder Innenstadt, aber es dauert noch ein bisschen.  

Frage: Warum gehen Sie denn überhaupt zu Fuß? Wäre das mit dem Zug nicht schneller gegangen?

Klauke: Wer mit dem Zug fährt, der sieht nicht so viel und trifft nicht so viele Menschen. Wer zu Fuß geht, der sieht mehr und nimmt mehr wahr, der kann unterwegs auch wahrnehmen, wo gibt es hier Klimaschmerzpunkte oder auch Hoffnungspunkte und man kommt mit Menschen ins Gespräch.

Frage:  Sie haben es gerade schon gesagt, 150 Leute sind im Moment mit Ihnen unterwegs. Wie sieht das denn aus, werden das mehr Menschen oder sind auch schon ein paar auf der Strecke geblieben?

Klauke: Ja, es gibt da die unterschiedlichsten Möglichkeiten sich zu beteiligen. Es gibt eine Kerngruppe, die tatsächlich von Flensburg – zum Teil auch noch weiter nördlich aus Schweden – den Weg mitgehen, aber es gibt manche Menschen, die sagen, ich gehe zwei bis drei Tage mit oder auch nur einen Tag. Heute haben wir zum Beispiel zwei Schülergruppen mit dabei, die uns einen Tag lang begleiten.

Frage: Am Abend treffen Sie Dr. Friedrich Kitschelt, Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Was versprechen Sie sich von diesem Treffen und von solchen Gesprächen überhaupt mit Politikern?

Klimapilger Ulrich Klauke drängt auf ein ambitioniertes Klimaabkommen Anfang Dezember in Paris.

Przybylski / weltkirche.katholisch.de

Klauke: Es ist sehr wichtig, dass die UN-Klimakonferenz in Paris gelingt. Das ist erst mal der Fokus des gesamten Weges, aber Paris alleine, ist es ja auch nicht. Es geht ja darum, wie können wir insgesamt in der Welt vernünftig miteinander leben, so dass auch die Welt zukunftsfähig ist. Deshalb am Abend auch das Thema Klimawandel und Generationengerechtigkeit. Wir leben heute zum Teil auf Kosten der nachkommenden Generationen. Da ist es wichtig, dass wir möglichst breit in Politik und in Kirche über diese Fragen nachdenken und dann auch Wege finden, wie wir verantwortlich mit der Schöpfung heute umgehen können.

Frage: Pünktlich zur Klimakonferenz am 27. November wollen Sie in Paris ankommen. Was ist dann vor Ort geplant?

Klauke: Wir erhoffen einfach, dort Öffentlichkeit herzustellen und natürlich, dass wir unsere Positionen, unsere Forderungen an die Delegierten in Paris übergeben können.

Frage: Was sind das für Forderungen?

Klauke: Die Forderungen zu wirklich vernünftigen Klimaabkommen zu kommen, dass die Staaten sich verpflichten, den CO2-Ausstoß deutlich zu verringern und auf erneuerbare Energien umzustellen, so dass die Welt insgesamt eine zukunftsfähige Welt bleibt oder wird.

Frage: Wir hoffen, dass Sie damit auf offene Ohren stoßen. Eine Frage zum Abschluss, haben Sie schon Blasen an den Füßen?

Klauke: Nein, meinen Füßen geht es noch sehr gut, aber ich bin auch noch nicht ganz so lange unterwegs wie manch andere.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

Mit freundlichem Dank für die Genehmigung an domradio.de

© domradio.de

 

Weitere Informationen und Materialien zum Ökumenischen Pilgerweg für Klimagerechtigkeit finden Sie in unserem Dossier.

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