UN-Studie: Soziale Absicherung hilft Hunger bekämpfen

  • Hunger - 13.10.2015

Die Vereinten Nationen drängen auf mehr soziale Absicherung in Verbindung mit landwirtschaftlicher Entwicklung, um Hunger und Armut zu bekämpfen. Laut dem am Dienstag in Rom veröffentlichten Ernährungs- und Landwirtschaftsbericht der Welternährungsorganisation FAO betrifft extreme Armut überdurchschnittlich häufig die Bevölkerung in ländlichen Gegenden; dort fehlt es der Studie zufolge gleichzeitig an Sicherheitsnetzen wie Sozialhilfe, Versicherungen und Beschäftigungsschutz, um in Not geratene Menschen vor Verelendung zu schützen.

Der Bericht „The State of Food and Agriculture 2015“ verweist auf die Länder südlich der Sahara: Während der Anteil der Bevölkerung in extremer Armut in vielen Regionen der Welt, namentlich Ostasien, dem Pazifikraum und Südasien, deutlich gesunken ist, muss in den betreffenden Staaten Afrikas weiterhin fast jeder zweite Mensch mit weniger als 1,25 US-Dollar (1,10 Euro) pro Tag auskommen.

In Subsahara-Ländern seien Arme besonders von landwirtschaftlicher Tätigkeit abhängig, so die Studie. Zugleich gerate ihr Unterhalt leicht durch Mangelernährung, Krankheit oder fehlende Bildung in Gefahr.

Viele Entwicklungsländer hätten inzwischen die Bedeutung von sozialer Absicherung erkannt und in den vergangenen Jahren Programme zur Sozialfürsorge, Sozialversicherungen und Beschäftigungsschutz ausgebaut. So wurden laut dem FAO-Bericht allein 2013 durch solche Schutzmaßnahmen 150 Millionen Menschen aus extremer Armut befreit. Die meisten von ihnen leben demnach in Osteuropa und Zentralasien, wo derartige Sicherungssysteme verbreitet sind.

Nach UN-Angaben leiden derzeit 795 Millionen Menschen unter chronischer Unterernährung; knapp eine Milliarde leben in extremer Armut, eine weitere Milliarde in Armut.

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