Franziskus in den USA eingetroffen - Begrüßung durch Obama

  • © Bild: KNA
  • Papstreise - 23.09.2015

Papst Franziskus hat seine sechstägige USA-Reise begonnen. Am späten Abend deutscher Zeit landete er auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews. Dort empfing US-Präsident Barack Obama gemeinsam mit First Lady Michelle Obama und den beiden Töchtern den Papst. Das Ehepaar Obama und Franziskus unterhielten sich einige Minuten in entspannter Atmosphäre. Die persönliche Begrüßung ist protokollarisch eine hohe Ehre.

Ebenfalls anwesend waren Vizepräsident Joe Biden mit seiner Familie sowie die Bürgermeisterin von Washington Muriel Bowser. Von kirchlicher Seite hießen der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz Erzbischof Joseph Kurtz und Washingtons Kardinal Donald Wuerl den Papst willkommen. Rund 300 Schüler bereiteten Franziskus bei seiner Landung einen begeisterten Empfang und begrüßten ihn mit „Hey, Hey Francis is on his way“-Sprechchören.

Offizielle Begrüßung im Weißen Haus

Anschließend begab sich Franziskus zu einem privaten Abendessen in die Apostolische Nuntiatur in Washington. Für die rund 26 Kilometer lange Strecke nutzte er statt der für Staatsgäste üblichen Limousine einen kleinen schwarzen Fiat. Weitere Termine waren am Dienstag nicht vorgesehen.

Die offizielle Begrüßungszeremonie findet am Mittwoch im Weißen Haus mit rund 20.000 Gästen statt. Am Nachmittag steht die Heiligsprechung des Franziskaner-Missionars Junipero Serra (1713-1784) auf dem Programm. Die Aufnahme des aus Mallorca stammenden Ordensmanns in das katholische Verzeichnis der Heiligen gilt als Bestärkung der spanischsprachigen Christen, die rund ein Drittel der katholischen Gläubigen in den USA ausmachen.

Das letzte Mal haben sich Papst Franziskus und Präsident Obama im März 2014 im Vatikan getroffen.

KNA

Am Donnerstag will Franziskus als erster Papst vor dem US-Kongress sprechen. Ein weiterer Höhepunkt des USA-Besuchs ist eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York sowie der Besuch der Gedenkstätte „Ground Zero“ am Freitag. Anlass der insgesamt neuntägigen Reise ist der achte katholische Weltfamilientag in Philadelphia.

Zuvor war Franziskus auf Kuba

Nach seinem viertägigen Besuch auf Kuba sind die USA die zweite Station der bisher längsten Auslandsreise von Franziskus. Auf Kuba hatte sich Franziskus für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Kuba und den USA stark gemacht. Zugleich forderte er im Beisein von Staatspräsident Raul Castro mehr Religionsfreiheit in dem kommunistischen Land. Außer mit Raul Castro traf der Papst auch mit dessen Bruder und Vorgänger Fidel zusammen. Eine Begegnung mit Regimekritikern kam trotz der Bereitschaft des Papstes nicht zustande.

Am letzten Tag seines Besuchs auf der Karibikinsel hatte Franziskus in Santiago de Cuba den Wert der Familie betont. Der Zerfall von Familien diene den Herrschenden von heute als Machtinstrument, sagte der Papst bei einem Treffen mit Familien in der Kathedrale. Die Auflösung familiärer Strukturen schaffe „isolierte Individuen, die leicht zu manipulieren und zu regieren“ seien. Die Frage nach der Entwicklung von Familien bezeichnete Franziskus als eine entscheidende Zukunftsfrage der Menschheit.

©KNA