Friedensmissionarin für den Kongo

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  • Eichstätt - 23.06.2015

Therese Mema (33), Traumatherapeutin im Kongo, hat am Wochenende den diesjährigen Eichstätter Shalompreis erhalten. Er ist nach Angaben der Initiatoren einer der höchstdotierten Menschenrechtspreise in Deutschland. In den vergangenen Jahren kamen jeweils rund 20.000 Euro Spendengeld dafür zusammen. Der Präsident des katholischen Missionswerks missio Aachen, Klaus Krämer, würdigte die Preisträgerin als eine der mutigsten Frauen Afrikas. „Sie ist eine Friedensmissionarin für den Kongo, die den Menschen Heil und Heilung bringt“, sagte der Prälat.

Mema betreut traumatisierte Überlebende in der Bürgerkriegsregion. Als Mitarbeiterin der Kommission Justitia et Pax setzt sich die 33-Jährige für Menschenrechte, Frieden und Versöhnung ein. „Der Krieg im Kongo hat etwas mit unseren Handys zu tun“, sagte sie bei der Preisverleihung. Der Kongo sei eines der ärmsten Länder der Welt und besitze gleichzeitig wertvolle Bodenschätze. Dazu gehört Coltan , das unter anderem für die Herstellung von Handys gewonnen wird.

Rebellengruppen erobern gezielt die rohstoffreichen Gebiete, überfallen Dörfer, ermorden Menschen und vergewaltigen Frauen. Mit dem illegalen Handel dieser „Blutmineralien“ finanzieren sie ihren Krieg. Besonders betroffen ist der Osten des Landes und die Region um die Stadt Bukavu. Mema arbeitet dort in Traumazentren, die sie mit missio im Rahmen der „Aktion Schutzengel“ aufgebaut hat. Sie betreut vor allem Opfer sexueller Gewalt.

Der Arbeitskreis Shalom für Gerechtigkeit und Frieden an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ehrt mit dem Preis seit 1982 in der Menschenrechtsarbeit engagierte Persönlichkeiten aus aller Welt. Garantiert ist eine Dotierung von 10.000 Euro. Zusätzlich werden noch bis September weitere Spenden gesammelt. (KNA)

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