Papst prangert moderne Formen der Sklaverei an

  • Vatikanstadt - 19.04.2015

Papst Franziskus hat moderne Formen von Sklaverei angeprangert. In einem globalen Wirtschaftssystem, das vom Profitdenken beherrscht werde, hätten sich neue Formen der Ausbeutung entwickelt, die „in gewisser Hinsicht schlimmer und unmenschlicher sind als jene der Vergangenheit“, sagte der Papst am Samstag im Vatikan. Dazu zählten Menschenhandel, Zwangsarbeit, Organhandel und Prostitution. Er nannte dies Schwerverbrechen und eine Geißel für die Menschheit.

Oft würden solche Formen der Ausbeutung noch von staatlichen Institutionen gedeckt, kritisierte der Papst. Zudem werde das Phänomen häufig vertuscht, weil Sklaverei als skandalös und „politisch inkorrekt“ gelte. Niemand wolle gerne zugeben, dass in seiner Stadt, in seiner Region oder in seinem Land eine derartige Ausbeutung existiere; dabei gebe es sie in nahezu allen Staaten. Nötig seien eine Schärfung des Bewusstseins dafür und eine gezielte Bekämpfung, sagte Franziskus vor Mitgliedern der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften.

Der Papst verlangte eine wirksamere Strafverfolgung von Menschenhändlern. Diese müssten vor Gerichte gestellt werden, ihr Vermögen müsse der Entschädigung der Opfer zugutekommen. Das Asylrecht sei so zu ändern, dass eine gesellschaftliche Integration der Opfer leichter möglich sei.

Die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften trat am Freitag zu ihrer Vollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt standen moderne Formen der Sklaverei. Die Akademie schaltete jüngst eine eigene Internetseite zum Kampf gegen moderne Sklaverei frei.

© KNA