Christen in aller Welt feiern Ostern

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  • Vatikanstadt/Jerusalem/Bonn - 07.04.2015

Milliarden Christen auf der Welt haben am Wochenende das Fest der Auferstehung Jesu gefeiert. Im Zentrum stand dabei vielfach die Lage der verfolgten Christen, vor allem in Nahost. Bei seinem Angelus-Gebet am Ostermontag auf dem Petersplatz forderte Papst Franziskus erneut Schutz für verfolgte Christen ein. „Ich hoffe, dass die internationale Gemeinschaft nicht stumm und untätig bleibt angesichts solch inakzeptabler Verbrechen“, sagte er. Die Welt sei Zeuge einer elementaren Verletzung der Menschenrechte.

Bereits am Karfreitag und zu seinem traditionellen Ostersegen am Sonntag hatte Franziskus an das Leiden der Christen im Nahen Osten erinnert. Die Waffen in Syrien und im Irak müssten endlich schweigen und ein friedliches Zusammenleben aller Gruppen wiederhergestellt werden. Wenn die Weltgemeinschaft nicht handle, mache sie sich zum „stillen Komplizen“ des religiösen Terrors, so Franziskus beim Karfreitags-Kreuzweg am römischen Kolosseum.

Zehntausende Besucher zu Osterfeierlichkeiten in Jerusalem

In Jerusalem verliefen die Osterfeierlichkeiten bis einschließlich Ostermontag ohne größere Zwischenfälle. Zehntausende Besucher drängten sich in der Altstadt. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Fouad Twal, rief in der zentralen Ostermesse in der Grabeskirche zu Hoffnung und Glaubenstreue trotz der schwierigen Situation in Nahost auf.

Ost- und Westkirche feiern in diesem Jahr Ostern aufgrund des unterschiedlichen Kalenders mit einem Abstand von einer Woche. Hunderte orthodoxe Christen, darunter viele koptische Pilger aus Ägypten, zogen deswegen mit Palmzweigen und unter Jubelrufen in die Grabeskirche ein, um den Palmsonntag zu begehen.

In Kenia standen nach dem Terroranschlag der islamistischen Al-Shabaab-Miliz auf die Universität von Garissa viele christliche Kirchen während des Osterfestes unter dem Schutz von Polizei und privaten Wachdiensten.

Solidarität mit Flüchtlingen

Die beiden großen Kirchen in Deutschland riefen zu Solidarität mit Flüchtlingen auf. Weitere Themen in den Osterbotschaften und Predigten waren unter anderem der Umgang mit dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich sowie der Appell zu einem bewussteren Lebensstil .

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, kritisierte Egoismus und ein zunehmendes Gewinnstreben in westlichen Gesellschaften. „Eine Freiheit, die sich bedingungslos entfaltet und die orientiert ist am ökonomischen Profit, läuft ins Leere“, so der Erzbischof von München und Freising.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, sagte, die Osterbotschaft spende gerade in Krisenzeiten Hoffnung. Gottes Ja zu seiner Schöpfung gebe Kraft, um immer wieder gegen Gewalt und Terror wie aktuell in Syrien oder Nigeria aufzustehen.

In der sorbischen Oberlausitz nahmen rund 1.500 Osterreiter an den traditionellen Umritten teil. Die Prozessionen haben eine teilweise über 500-jährige Tradition. Dabei verkünden die festlich gekleideten Reiter in Liedern und Gebeten die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu.

Ein Stopp deutscher Rüstungsexporte stand im Mittelpunkt der politischen Ostermärsche, die in vielen Städten Deutschlands stattfanden.

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