„Auslandsbischof“ Koch besucht Indien und Thailand

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  • Dresden/Bonn - 16.03.2015

Mit einer Fülle von lebendigen Eindrücken ist der „Auslandsbischof“ der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Koch, in der vergangenen Woche aus Asien zurückgekehrt. Sechs Tage lang besuchte der Dresdner Bischof die deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinden in Neu Delhi (Indien) und Bangkok (Thailand). Unter anderem spendete er dort das Firmsakrament. Zudem besuchte Koch deutsche Auslandsschulen und traf mit indischen und thailändischen Christen und Politikern zusammen.

Die Gemeinden, in denen vor allem Familien aus Deutschland zusammenkommen, die aus beruflichen Gründen einige Jahre im fernen Osten leben, präge eine große Lebendigkeit und enge Verbundenheit, berichtete Koch nach seiner Rückkehr. Dies strahle auch auf jene Deutsche vor Ort, die in ihrer Heimat der Kirche eher fernstünden. „Ich habe dort wieder einmal erlebt, dass Menschen, die in Deutschland vielleicht den Glauben verloren haben, gerade in diesen deutschsprachigen Auslandsgemeinden wieder den Weg zurück zu Gott und der Kirche finden“, so Koch im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Große soziale Unterschiede

Auf seiner Reise führte der Auslandsbischof intensive Gespräche mit dem Apostolischen Nuntius sowie mit den deutschen Botschaftern und weiteren Einheimischen und Deutschen. Diskutiert wurden dabei unter anderem die Frage der Zukunft Thailands nach dem Militärputsch im vergangenen Jahr sowie die großen sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede in beiden Ländern. „Ich habe in den beiden besuchten Städten gesehen, wie extrem groß die Differenz zwischen Reichen und Armen ist. Es gibt wirklich krasseste Armut und zugleich großen Reichtum“, erklärte der Auslandsbischof gegenüber der KNA.

Mit Blick auf die großen sozialen Probleme verwies Koch auf das Engagement der katholischen Gemeinden in Neu Delhi und Bangkok. Diese seien karitativ sehr engagiert. „Das gehört eben zur christlichen Prägung“, betonte er.

Als Vorsitzender der bischöflichen Kommission für Ehe und Familie führte Koch auch Gespräche über die Gestaltung der Sexualität und über Ehe- und Familienleben in Thailand und Indien. Dabei sei deutlich geworden, dass die Delegierten der kommenden Bischofssynode in Rom ihre Überlegungen vor einem deutlich anderen gesellschaftlichen Hintergrund einbringen würden. Dies betreffe beispielsweise den Zusammenprall des traditionellen und europäisch-amerikanischen Verständnisses von Sexualität sowie die soziale, wirtschaftliche und religiöse Bedeutung von Großfamilien für das persönliche und gesellschaftliche Leben.

Darüber hinaus unterstrich Koch das hohe Ansehen, das die Kirche in Indien und Thailand genieße. Obwohl Katholiken in beiden Ländern eine absolute Minderheit seien, würden sie anerkannt und geachtet. „Insgesamt gibt es großen Respekt gegenüber der Verbindlichkeit, Glaubwürdigkeit und Entschiedenheit der Christen“, so der Dresdner Bischof. (lek/KNA)

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Katholisches Auslandssekretariat

Das Katholische Auslandssekretariat der Deutschen Bischofskonferenz hat die Aufgabe, Seelsorge für deutschsprachige Katholiken anzubieten, die im Ausland leben. Das Auslandssekretariat gibt es seit 1921. Ursprünglich nur für Auswanderer gegründet, hat es inzwischen noch eine Reihe anderer Personen im Blick, wie zum Beispiel Touristen oder Menschen, die häufig mit ihren Familien von ihrer Firma ins Ausland geschickt werden.

Eine Karte aller Auslandsgemeinden weltweit finden Sie unter

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