Vatikan fordert weltweite Aussetzung der Todesstrafe

  • Vatikanstadt/Genf - 06.03.2015

Der Vatikan hat eine weltweite Aussetzung der Todesstrafe gefordert. Die Staaten müssten sich auf Strafen beschränken, die dem Gemeinwohl und der Menschenwürde „besser entsprechen“, sagte der vatikanische Vertreter bei den Vereinten Nationen in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, vor dem UN-Menschenrechtsrat.

Zugleich forderte er einen humaneren Strafvollzug. Die Todesstrafe sei heute nicht mehr nötig, um Menschenleben vor einem Aggressor zu schützen und die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten, heißt es in dem von Radio Vatikan (Donnerstag) veröffentlichten Redetext. Menschenleben und der Schutz der persönlichen Würde müssten stets Vorrang haben.

Staaten, die behaupteten, eine Abschaffung der Todesstrafe sei derzeit nicht möglich, müssten die Voraussetzung für diesen Schritt schaffen, so Tomasi. Der Vatikandiplomat verwies darauf, dass Justizirrtum und Missbrauch der Todesstrafe durch totalitäre Regime und Diktaturen zur Verfolgung oppositioneller Politiker und religiöser Minderheiten nicht auszuschließen seien. Auch gebe es keinen klaren Beleg für eine abschreckende Wirkung der Todesstrafe. Daher schließe sich der Heilige Stuhl der Forderung einer wachsenden Zahl von Ländern nach einer weltweiten Aussetzung der Todesstrafe an.

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