Wider die Korruption

  • © Bild: KNA
  • Brasilia - 20.02.2015

Die Brasilianische Bischofskonferenz hat die Katholiken des Landes zum Kampf gegen Korruption aufgerufen. Zur Eröffnung der diesjährigen Fastenaktion appellierte Kardinal Odilo Scherer in Sao Paulo laut Medienberichten vom Donnerstag dazu, für eine Reform des politischen Systems einzutreten. „Die Kirche steht nicht außerhalb der Welt und auch nicht gegen sie, sondern ist Teil der Welt“, sagte Scherer.

Der Kardinal nannte die Korruption „ein großes politisches und soziales Übel“, das im Gegensatz zur Brüderlichkeit stehe. Wenn öffentliche Gelder veruntreut würden, die für die Gemeinschaft bestimmt seien, müsse die Korruptionsbekämpfung Teil der angestrebten politischen Reformen sein.

Welle von Korruptionsskandalen

Brasilien wird derzeit von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert. Im Zentrum steht der halbstaatliche Energiekonzern Petrobras. Unternehmer sowie politische Parteien sollen an Aufträgen des Konzerns mitverdient haben. Die dadurch erlittenen Verluste sollen im mehrstelligen Milliardenbereich liegen.

Die Bischofskonferenz hatte sich in den vergangenen Jahren für politische Reformen stark gemacht. So geht ein Gesetz namens „Ficha Limpa“ („Weiße Weste“), das einen Wahlausschluss krimineller Politiker vorsieht, auf eine Kircheninitiative zurück. Mehr als eine Million Brasilianer hatten die Aktion durch ihre Unterschrift unterstützt. Kardinal Scherer kündigte eine neue Initiative an, die auf Transparenz bei der Parteienfinanzierung hinwirken soll.

Die diesjährige Fastenaktion der katholischen Kirche in Brasilien widmet sich dem Thema „Brüderlichkeit“ in Kirche und Gesellschaft und steht unter dem biblischen Motto „Ich bin gekommen, um zu dienen“. Zu den Forderungen der Kampagne zählen Verbesserungen für Indigene und für die Landbevölkerung Brasiliens.

Botschaft des Papstes zur Fastenaktion

Auch der Papst unterstützt die Fastenkampagne der brasilianischen Bischöfe. In einer Botschaft an die Katholiken in dem lateinamerikanischen Land mahnte er, der Einsatz für Arme und Benachteiligte dürfe nicht allein Aufgabe kirchlicher Wohlfahrtsorganisationen sein. „Jeder Christ und jede Gemeinschaft ist aufgerufen, Instrument Gottes für die Befreiung und Förderung von Armen zu sein“, heißt es in einer Botschaft von Franziskus, die der Vatikan am Mittwoch veröffentlichte.

Ziel müsse sein, die Armen voll in die Gesellschaft zu integrieren. Jeder müsse sich überlegen, welchen Beitrag er zu einer „gerechteren, geschwisterlicheren und friedlicheren Gesellschaft“ leisten könne, so der Papst. Weiter betonte Franziskus, die katholische Soziallehre stelle die religiöse Neutralität des Staates und die „Autonomie der irdischen Wirklichkeit“ nicht infrage. Sie wolle in Zusammenarbeit mit anderen Bürgern einen Beitrag zum Wohl der Menschen leisten. (lek mit KNA)

© weltkirche.katholisch.de