Schwere Überschwemmungen in Malawi

  • © Bild: KNA
  • Vatikanstadt - 26.01.2015

Papst Franziskus betet für die Flutopfer in Malawi. Es ist ein Drama, das von vielen Medien weniger Beachtung bekommt als europäische Themen. Über 200 Menschen starben in den vergangenen Tagen, als sintflutartige Regenfälle Flüsse über die Ufer treten ließen. Ganze Dörfer wurden überflutet, viele Menschen sind nun obdachlos. Von dem Unwetter betroffen sind auch Mosambik und Madagaskar. Am schlimmsten hat es jedoch Malawi getroffen.

Papst Franziskus verlieh in der vergangenen Woche in einem Brief an die Bischofskonferenz des Landes seiner Sorge Ausdruck. Er habe mit Bestürzung von der tragischen Naturkatastrophe erfahren und segne all jene, die jetzt als Helfer tätig seien. Moria Monacelli von der italienischen Caritas beschrieb für Radio Vatikan die Situation in dem afrikanischen Staat.

„Malawi ist eines der ärmsten Länder dieser Welt. 85 Prozent der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Diese Überschwemmung hat vor allem den Süden von Malawi getroffen, und die Regierung hat einen Notstand aufgrund der Naturkatastrophe in 15 Regionen ausgerufen. Die Überschwemmung hat mehr als 20.000 Familien getroffen, mehr als 130.000 Menschen wurden evakuiert. Die Dunkelziffer ist noch höher, wir sprechen hier von 50.000 betroffenen Familien, 200.000 Menschen. Man spricht von mehr als 200 Toten.“

Nothilfe in vollem Gange

Die Caritas arbeitet nun vor Ort, kooperiert mit der Caritas Malawi und den Diözesen. Sie überprüfen weitere Hilfsmaßnahmen, sind aktiv in der Soforthilfe, Güterverteilung und sie versuchen dort, wo sie können, zu helfen. Aktuell werde auch ein Notfall-Appell der Caritas vorbereitet, welcher im internationalen Caritas-Netz verbreitet werde, erklärte die Caritas-Mitarbeiterin. Ziel sei es, so schnell wie möglich den Menschen zu ermöglichen, wieder ihre landwirtschaftliche Tätigkeiten aufzunehmen, denn das sei ihr Haupteinkommen. Auch wenn es derzeit schwierig sei, manche Orte zu erreichen, so verteile die Caritas das, was derzeit benötigt werde.

„Sie brauchen grundlegende Unterstützung, Nahrungsmittel, Trockentoiletten in den betroffenen Gebieten, um einen Ausbruch von Epidemien wie Cholera und Bakterienruhr zu verhindern. Viele haben bereits Zuflucht bei Familien, Freunden oder Verwandten gefunden, aber es ist immer noch eine sehr prekäre Situation.“

© Radio Vatikan