In den letzten Zügen

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  • Manila - 15.01.2015

Die Enzyklika von Papst Franziskus zum Umweltschutz wird im Juni oder Juli veröffentlicht. Das sagte der Papst am Donnerstag während seines Fluges von Sri Lanka auf die Philippinen vor den mitreisenden Journalisten. Er habe einen Text abgefasst, der in der Glaubenskongregation und im Staatssekretariat gegengelesen worden sei.

Im März will sich der Papst eine Woche Zeit für die Endfassung nehmen. Ende März werde die Übersetzung in die verschiedenen Sprachen beginnen, sagte Franziskus. Zuvor war in Rom die Rede davon, das Lehrschreiben des Papstes zur Bewahrung der Schöpfung könnte zu einem früheren Zeitpunkt veröffentlicht werden.

Die Ankündigung verband der Papst mit einem entschiedenen Appell für den Schutz der Umwelt. Der Mensch könne verzeihen, die Natur jedoch niemals. Er betonte den Zusammenhang zwischen Gottglaube und der Bewahrung der Schöpfung . Alle Religionen stimmten darin überein, dass die Zerstörung der Umwelt verhindert werden müsse.

‚We cannot be satisfied‘

Kardinal Rodriguez Maradiaga zieht eine Bilanz der Millenniumsentwicklungsziele

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Appell gegen Indifferenz

Auch der Präsident von Caritas Internationalis , Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, äußerte sich heute in Würzburg zur geplanten Umweltenzyklika des Papstes. Er erwarte darin einen erneuten Appell gegen Gleichgültigkeit. Er kenne zwar noch keinen Entwurf des Schreibens, aber diese Botschaft habe Papst Franziskus bereits in Lampedusa formuliert, und sie gelte auch für die Folgen der Klimaerwärmung , sagte der Koordinator des Kardinalsrates zur Kurienreform. „Es geht darum, die Gefahr des Untergangs der Menschheit zu sehen.“ Er selbst habe etwa im Pazifik Inseln besucht, die durch den steigenden Meeresspiegel verschwinden könnten, so Rodriguez. „Da kann ich nicht indifferent sein.“

Der aus Honduras stammende Kardinal kritisierte zudem, dass der Klimawandel in manchen Kreisen noch immer bezweifelt werde. Auch die Haltung der USA und Chinas, sich nicht entsprechend zu engagieren, sei bedenklich. „So kommen wir nicht voran.“ Das ökologische Problem sei nicht allein eines der Politik, so der Papstberater. Jeder einzelne stehe in der Verantwortung. Letztendlich gehe es um „Gerechtigkeit mit der Schöpfung “. (lek mit KNA)

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