Sachsens Bischöfe nehmen an Anti-Pegida-Kundgebung teil

  • Dresden - 08.01.2015

Die beiden großen Kirchen in Sachsen haben zur Teilnahme an der am Samstag auf dem Dresdner Neumarkt geplanten Kundgebung aufgerufen. Dazu luden der Sächsische Ministerpräsident Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Orosz (beide CDU) ein.

„Wir wollen mit unserer Teilnahme ein Zeichen setzen, dass in Dresden und Sachsen für Fremdenfeindlichkeit und Rassismus kein Platz ist“, erklärten Landesbischof Jochen Bohl und der Bischof von Dresden-Meißen, Heiner Koch, am Donnerstag. Nach Angaben beider Kirchen nehmen ihre Bischöfe teil, sind jedoch nicht unter den Rednern.

Die Kundgebung beginnt um 15.00 Uhr und steht unter dem Motto „Für Dresden, für Sachsen – für Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog“. Sie ist eine Reaktion auf die islamfeindlichen Demonstrationen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Daran nahmen zuletzt 18.000 Menschen teil. Am Montag ist eine weitere derartige Demonstration geplant. Durch das Attentat auf die Pariser Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ wird ein weiterer Zulauf befürchtet.

Bischöfe verurteilen Attentat in Paris

„Wir sind zutiefst erschüttert angesichts der entsetzlichen Bluttat in Paris “, so die Bischöfe in ihrer gemeinsamen Erklärung. „Dieses furchtbare Verbrechen ist durch nichts zu rechtfertigen. In unseren Gebeten sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen. Die Saat des Hasses darf jetzt nicht aufgehen.“

Christen seien aufgerufen, „der Stadt Bestes“ zu suchen sowie für gegenseitige Achtung und Barmherzigkeit einzutreten. „Darum wollen wir uns am Gespräch beteiligen über die Ängste und Sorgen nicht weniger Menschen in Bezug auf die Einwanderungs- und Asylpolitik“, kündigten Bohl und Koch an. Auch dazu solle die Veranstaltung am Samstag „Anstöße und Möglichkeiten geben“.

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