„Jede Form der Sklaverei bekämpfen“

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  • Vatikanstadt - 02.01.2015

Papst Franziskus hat in seiner Neujahrspredigt zum Kampf gegen „moderne Formen der Sklaverei“ aufgerufen. Alle Menschen seien berufen, frei zu sein, sagte er am Donnerstag im Petersdom. Alle Völker, Kulturen und Religionen müssten gemeinsame Anstrengungen dazu unternehmen. Die Menschen dürften nicht mehr Knechte, sondern müssten Brüder sein, forderte der Papst im Neujahrsgottesdienst. Die katholische Kirche begeht am 1. Januar traditionell den Weltfriedenstag.

Franziskus wandte sich weiter gegen Bestrebungen, den christlichen Glauben ohne Bindung an die Kirche zu leben. Es sei „nicht möglich, Christus zu lieben, aber ohne die Kirche“, so der Papst. Es wäre eine „absurde Zweiteilung“, beide voneinander zu trennen. Ohne die Kirche würde Jesus auf eine bloße Idee, auf eine Moral oder auf ein Gefühl reduziert, erklärte er. Die Beziehung zu Christus würde zur eigenen Fantasie und Interpretation, die den persönlichen Launen unterworfen sei.

Die Kirche sei der Ort, wo die Menschen Jesus Christus begegnen könnten, erklärte der Papst. Der Glaube sei keine abstrakte Lehre oder eine Philosophie, sondern die Begegnung mit dieser Person. Die Kirche setze Jesu Wirken fort. Dies geschehe vor allem durch die Sakramente. Deshalb werde die Kirche in der katholischen Tradition als „Mutter“ bezeichnet, führte Franziskus aus.

Pilgerndes Vorbild: Maria

Als Vorbild für eine Kirche, die sich auf der Pilgerschaft befinde, bezeichnete Franziskus die Gottesmutter Maria. Sie sei „die erste und vollkommene Jüngerin Jesu“. Sie habe den Weg „der Mutterschaft der Kirche“ eröffnet. Die katholische Kirche beging am Donnerstag auch das Hochfest der Gottesmutter Maria.

Die päpstliche Botschaft zum Weltfriedenstag war bereits im Dezember veröffentlicht worden. Darin hatte Franziskus zum Kampf gegen den internationalen Menschenhandel aufgerufen. (KNA)