Papst Franziskus: Klimaschutz ist moralische Pflicht

  • Vatikanstadt - 11.12.2014

Papst Franziskus hat die Regierungen zu mehr Klimaschutz aufgerufen. Sie hätten dazu eine „klare, definitive und unaufschiebbare moralische Verpflichtung“, heißt es in einer Papstbotschaft an den Weltklimagipfel in Lima. Die Zeit für globale Lösungen laufe ab, so Franziskus. Die „dramatischen“ sichtbaren Folgen des Klimawandels in vielen Ländern machten deutlich, wohin „Nachlässigkeit und Untätigkeit“ führten.

Zugleich forderte der Papst mehr internationale Zusammenarbeit. Die Staaten müssten ihre eigenen Interessen zugunsten einer „gemeinsamen, verantwortlichen Reaktion“ zurückstellen, so der Papst. Dies müsse ohne politischen und wirtschaftlichen Druck erfolgen. Nur so sei ein „wirksamer Kampf“ gegen die Erderwärmung möglich. Franziskus arbeitet derzeit an einer Umweltenzyklika. Beobachter rechnen mit einer Veröffentlichung für 2015.

Bischöfe rufen zum Umdenken auf

Auch katholische Bischöfe weltweit haben am Rande des UN-Klimagipfels die Wirtschaft zum Umdenken aufgerufen. Nur dann könne der globale Klimawandel abgemildert werden, hieß es in einer Erklärung, die der Entwicklungsdachverband CIDSE am Mittwoch in Brüssel veröffentlichte. Akteure in Politik und Wirtschaft müssten den Mensch ins Zentrum wirtschaftlichen Handelns stellen.

Der Klimawandel habe dramatische Auswirkungen auch auf Lebensmittelsicherheit, Gesundheit und Migration, so die Bischöfe. Deshalb gelte es die ethische und moralische Dimension des Klimawandels verstärkt in den Mittelpunkt zu stellen. Die Wirtschaft müsse Modelle für klimaverträgliche Lebensstile entwickeln helfen.

Die Erklärung wurde von Bischöfen aus der ganzen Welt unterzeichnet, darunter von Vertretern des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM), der Afrikanischen Bischofskonferenz (SECAM) sowie Mitgliedern der Asiatischen Bischofskonferenz (FABC). Die Initiative wird unterstützt durch katholische Verbände wie CIDSE, Caritas Internationalis und dem Hilfswerk Misereor .

Im Mittelpunkt der Klimakonferenz in der peruanischen Hauptstadt, die an diesem Freitag endet, stand die Reduzierung des CO2-Ausstoßes. In den Verhandlungen ging es um die Festlegung eines bindenden internationalen Rahmens. Ende 2015 soll in Paris ein internationales Abkommen geschlossen werden, das 2020 in Kraft tritt. Ziel ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad.

© KNA

Misereor auf der Klimakonferenz

Kathrin Schroeder, die bei Misereor für das Schwerpunktthema Energie zuständig ist, nimmt für das katholische Entwicklungshilfswerk an der Klimakonferenz in Lima teil. Im Misereor-Blog berichtet sie von ihren Erfahrungen:

www.misereor.de/blog