Kirche: Fehlende Transparenz beim Bau des Nicaragua-Kanals

  • Managua - 27.11.2014

Der Bau des „Nicaragua-Kanals“ sorgt nach Einschätzung der Nicaraguanischen Bischofskonferenz für Misstrauen und Unsicherheit in der Bevölkerung. Es sei nicht zu erkennen, ob das Projekt eher multinationalen oder eher eigenen nationalen Interessen diene, zitiert die Tageszeitung „La Prensa“ (Mittwoch Onlineausgabe) den Generalsekretär, Bischof Jorge Lozano aus Granada.

Verantwortlich für die Ängste der Bürger seien fehlende Transparenz und Information über die Planungen und Bauarbeiten. Die Anwohner wüssten nicht einmal, ob ihre Grundstücke von den Plänen betroffen seien. Sollte es zu Unregelmäßigkeiten bei Enteignungen kommen, könnten die Betroffenen mit der Unterstützung der Kirche rechnen, betonte Lozano. Die Kirche stehe auf der Seite der Armen.

Zugleich sagte der Repräsentant der Bischofskonferenz zu, die katholische Kirche würde sich hinter das Projekt stellen, wenn gewährleistet wäre, dass es für Tausende Nicaraguaner einen Ausweg aus der Armut und zugleich eine technologische Fortentwicklung des Landes bedeute.

Der Nicaragua-Kanal soll von der Mündung des Rio Punta Gorda an der Karibikküste bis zur Mündung des Rio Brito im Osten den Atlantik mit dem Pazifik verbinden. Offizielle Schätzungen beziffern die Kosten mit rund 40 Milliarden Euro. Das Projekt, das auch bei Umweltschützern umstritten ist, soll dem Panama-Kanal Konkurrenz machen. Der Beginn der Bauarbeiten ist für den 24. Dezember vorgesehen.

© KNA

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