Frauenrechte achten

  • Bonn - 25.11.2014

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am heutigen Dienstag rufen Vertreter aus Kirche und Gesellschaft zum Kampf gegen Misshandlung und Vergewaltigung auf. Die katholische Deutsche Bischofskonferenz wies am Montag darauf hin, dass allein in Europa jede dritte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren habe. Viele der Taten fänden in Familien statt.

Der Osnabrücker katholische Bischof Franz-Josef Bode schlug als Vorsitzender der Unterkommission Frauen auch selbstkritische Töne an. Man wisse aus der eigenen Geschichte, dass auch die Kirche an einer Geringschätzung von Frauen mitgewirkt habe. Der weltweite Gedenktag müsse die kritische Frage zulassen, inwiefern eigene Frauenbilder der Gewalt gegen Frauen, meist ungewollt, Vorschub leisteten.

Die christliche Frauenbewegung Weltgebetstag erinnerte an die Situation auf den Bahamas. Der Karibikstaat weise eine der höchsten Vergewaltigungsraten weltweit auf. Die Vereinten Nationen machen jedes Jahr am 25. November mit einem internationalen Gedenk- und Aktionstag auf die weltweite Gewalt gegen Frauen aufmerksam.

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen ächten

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) forderte von der Bundesregierung einen verbesserten Schutz der Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel. „Wir halten ein größeres strafrechtliches Vorgehen gegenüber Männern, die wissentlich die Zwangslage von Frauen und Mädchen ausnutzen, sie als seelenloses Spielzeug betrachten und zur Befriedigung eigener Bedürfnisse oder zur persönlichen finanziellen Bereicherung gewaltsam und sexuell missbrauchen, für unabdingbar“, so die KDFB-Vizepräsidentin Beate Born.

Maria Flachsbarth ist Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) KNA

Konkrete Maßnahmen zur Beendigung von körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt gegen Frauen seien unbedingt erforderlich und müssten von politisch Verantwortlichen mit Nachdruck behandelt werden, ergänzte die KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

Auch die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) beklagte anlässlich des UN-Gedenktags sexualisierte Gewalt gegen Frauen. „Weltweit verbreitete Geschlechterbilder gehen immer noch von der Verfügbarkeit des weiblichen Körpers für männliche Bedürfnisse aus. Sie leisten sexualisierter Gewalt gegen Frauen Vorschub und müssen unmissverständlich geächtet werden", mahnte die kfd-Bundesvorsitzende Maria Theresia Opladen.

Amnesty International: Istanbul-Konvention ratifizieren

Amnesty International (AI) forderte Deutschland auf, die Istanbul-Konvention des Europarates zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu ratifizieren. Immer noch werde ein Großteil der Anklagen wegen Vergewaltigungen in Deutschland fallen gelassen, weil die in Paragraf 177 des Strafgesetzbuches formulierten rechtlichen Anforderungen zu hoch seien. Derzeit prüft die Bundesregierung im Rahmen des Ratifizierungsverfahrens eine Reform dieses Paragrafen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kündigte zum Aktionstag an, den Kampf gegen Zwangsheirat voranzutreiben. Ebenso soll auch die Präventionsarbeit deutlich verstärkt werden. (lek mit KNA)

© weltkirche.katholisch.de

Arbeitshilfe

Die Arbeitsstelle für Frauenseelsorge und die Arbeitsstelle für Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz haben bereits 2003 die Arbeitshilfe „Gemeinsam gegen Gewalt“ herausgebracht:

zur Arbeitshilfe