Nicaragua-Kanal: Kirche fordert Regierung zum Dialog auf

  • Bonn - 24.11.2014

Mit Blick auf den geplanten Bau eines Atlantik-Pazifik-Kanals hat der nicaraguanische Kardinal Leopoldo Brenes die Regierung seines Landes zum Dialog mit den Bauern aufgerufen. Dies berichtete der vatikanische Pressedienst „Fides“ Mitte November. Seit Monaten demonstrierten die von Zwangsumsiedlung bedrohten Anwohner gegen das Großbauprojekt.

Laut „Fides“ befänden sich entlang des von der chinesischen Projektgesellschaft „Hongkong-Nicaragua Canal Development Investment Co“ (HKND) geplanten Kanals mit einer Länge von insgesamt 278 Kilometern tausende ländliche Gemeinden. Mit Blick auf die seit September anhaltenden Proteste erklärte Kardinal Brenes: „Den Demonstranten wurde kein Gehör geschenkt, sie konnten ihre Sorgen und Ängste nicht zum Ausdruck bringen. Dies wäre meiner Meinung nach jedoch sehr wichtig.“

Wie der französische Pressedienst AFP berichtete, sollen am 22. Dezember die Vorarbeiten für den Kanal zwischen den beiden Weltmeeren beginnen. Bis dahin solle die Umweltprüfung abgeschlossen sein, versicherte Präsidentenberater Paul Oquist in der vergangenen Woche.

Der Nicaragua-Kanal soll von der Mündung des Rio Punta Gorda an der Karibikküste zur Mündung des Rio Brito im Osten den Atlantik mit dem Pazifik verbinden. Die Kosten für das Projekt werden nach offiziellen Angaben rund 40 Milliarden Dollar (32 Milliarden Euro) betragen. Das Projekt, das vor allem von Umweltschützern kritisiert wird, soll dem Panama-Kanal Konkurrenz machen. (lek mit Fides/KNA)

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