Kolumbiens Regierung stoppt Friedensgespräche mit der FARC

  • Bogotá - 17.11.2014

Die kolumbianische Regierung hat nach Angaben der Tageszeitung „El Tiempo“ am Sonntagabend (Ortszeit) die Friedensgespräche mit der linksgerichteten Guerilla-Organisation FARC vorerst ausgesetzt. Hintergrund ist die Entführung des Armeegenerals Ruben Dario Alzate Mora in der westkolumbianischen Unruheprovinz Choco. Mit dem ranghohen Militär sollen auch eine Anwältin und ein weiterer Armeeangehöriger entführt worden sein.

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos erklärte am Abend, die Verhandlungen in der kubanischen Hauptstadt Havanna ruhten so lange, bis die Hintergründe der Entführung aufgedeckt seien. Verantwortlich für die Entführung soll die FARC-Einheit „Frente 34“ sein: „Wir haben jetzt die Gewissheit, dass es die FARC war“, zitierte „El Tiempo“ Santos.

Attentate der FARC

In den vergangenen Wochen sorgten mehrere Attentate der FARC für Kritik an den Friedensgesprächen. So hatten Angehörige der Rebellengruppe zwei indigene Ureinwohner in der Provinz Cauca getötet. Noch am Sonntag hatte Santos in einem Interview vor Bekanntwerden der Entführung erklärt, er erwarte eine Einigung im Friedensprozess im kommenden Jahr. Die FARC-Führung in Havanna äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall. Unklar ist, ob die Entführung auf Weisung der FARC-Spitze erfolgte oder ob die Einheit „Frente 34“ eigenständig vorging.

Ende 2012 nahm die kolumbianische Regierung Friedensverhandlungen mit der FARC-Guerilla auf, die seitdem in der kubanischen Hauptstadt Havanna geführt werden. Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte Rebellenorganisation Lateinamerikas. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein. Bereits geeinigt haben sich beide Seiten in den Punkten Landverteilung, Drogenhandel und politische Integration der FARC. Derzeit laufen Gespräche zu den Punkten Opferentschädigung und Entwaffnung.

© KNA

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