Fairer Zucker für den Martinsriegel

  • Negros - 11.11.2014

Von den Philippinen, genauer gesagt von der Insel Negros, stammt der Vollrohrzucker, der für den Martinsschokoriegel vom Kindermissionswerk und der Fair-Handels-Organisation GEPA verwendet wird. Negros wird auch Zuckerrohrinsel genannt, denn hier liegen die größten Anbaugebiete des Landes. Überall wächst das saftig grüne Rohr, das für das ungeschulte Auge Bambus oder Mais zum Verwechseln ähnlich sieht.

In den festen Stängeln der Pflanze steckt der Zucker, der in Fabriken raffiniert und später verkauft wird. Auch als süßer Snack ist Zuckerrohr sehr beliebt. Die Stängel werden in kleine Stücke geschnitten, aus denen man dann den süßen Saft saugt.

Die meisten Familienväter arbeiten in den Raffinerien oder als Saisonarbeiter auf den riesigen Zuckerrohrplantagen. Die Arbeit der Erntehelfer auf den Zuckerrohrfeldern ist hart. Frühmorgens, wenn die Hitze noch nicht so drückend ist, beginnt ihr Arbeitstag. Rohr für Rohr kappen sie mit ihren langen Macheten die Pflanzen und sammeln sie in kleinen Bündeln. Einfache Ochsenkarren transportieren die Ernte an den Feldrand, wo die Arbeiter sie über winzige, steile Leitern auf Anhänger laden.

Sechs Euro Lohn für zwölf Stunden Arbeit

Sechs Euro verdienen die Arbeiter normalerweise am Tag – bei zwölf Stunden Arbeit ein Stundenlohn von 50 Cent. A. Welsing/GEPA

Bis zu zehn Tonnen Zuckerrohr passen auf einen Anhänger, für den jeweils fünf Arbeiter verantwortlich sind. Umgerechnet 30 Euro bezahlt die Zuckerrohrfabrik für einen vollen Anhänger. Sechs Euro verdienen die Arbeiter normalerweise am Tag – bei zwölf Stunden Arbeit ist das ein Stundenlohn von 50 Cent. Die Männer bleiben bis zu sechs Monate auf Negros, ihre Familien sehen sie nicht einmal an den Weihnachtstagen. Das Geld schicken sie nach Hause, um die Familie zu unterstützen. Wenn alle Felder abgeerntet sind, haben die Arbeiter meist kein Einkommen mehr und müssen sich Geld von den Großgrundbesitzern leihen. Die Schulden werden später vom Lohn abgezogen, so dass die Menschen keine Möglichkeit haben, etwas zu sparen.

Anders im Fairen Handel : 1988 gründeten verschiedene Organisationen auf der Insel Negros die Organisation Alter Trade Corporation (ATC), um die Situation der Zuckerarbeiter zu verbessern. Seither setzt sich ATC dafür ein, dass Zuckerarbeiter, die von kleinbäuerlicher Landwirtschaft leben, Zugang zum nationalen und internationalen Markt bekommen und ihre Produkte dort zu fairen Preisen verkaufen können. In den 1990er-Jahren begann ATC, unterstützt von der GEPA, mit der ökologischen Produktion.

Faire Löhne für Kleinbauern und Arbeiter

Der Faire Handel hat die Lebenssituation der Kleinbauern und Arbeiter in vielen Bereichen verbessert. ATC zahlt den Zuckerproduzenten faire Preise und übernimmt im Gegensatz zu konventionellen Zwischenhändlern auch den kostenlosen Transport des Zuckerrohrs zur Mühle.

Die Arbeiter im Verpackungszentrum und in den Zuckermühlen profitieren vor allem von höheren Löhnen und einer kostenlosen medizinischen Versorgung. Die Mehreinnahmen aus dem Fairen Handel werden eingesetzt, um Traktoren oder einen Wasserbüffel für die Landwirtschaft zu kaufen oder auch, um die Zeit nach der Ernte zu überbrücken. Die Kleinbauern lernen außerdem, wie sie ihr Land selbständig und ökologisch bearbeiten können.

© Kindermissionswerks „Die Sternsinger“

Der Faire Schokoriegel: Ein Produkt des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" in Kooperation mit der GEPA, Europas größter Fair-Handels-Organisation. Bunse/Kindermissionswerk

Der Martinsschokoriegel ist ein Produkt des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Kooperation mit der GEPA, Europas größter Fair-Handels-Organisation. Den Martinsriegel finden Sie in den Regionalen Fair Handelszentren der GEPA oder im nächsten Weltladen in Ihrer Nähe. Wo der ist, zeigt Ihnen die Ladensuchmaschine im Internet:

www.kindermissionswerk.de/martin