Gemeinsam gegen Menschenhandel

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  • Vatikanstadt - 06.11.2014

Die katholische und die anglikanische Kirche bündeln ihre Kräfte im Kampf gegen Menschenhandel : Auf einer Konferenz zum Thema kommen in dieser Woche in Rom erstmals Vertreter beider Glaubensgemeinschaften aus aller Welt zusammen, um über besseren Opferschutz, Strafverfolgung und politische Strategien im Kampf gegen die grausame Praxis zu sprechen.

Der Menschenhandel betrifft Schätzungen zufolge weltweit rund 30 Millionen Menschen, vor allem Frauen und Minderjährige fallen ihm zum Opfer. Papst Franziskus hat das Phänomen wiederholt als „neue Form von Sklaverei“ und als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gegeißelt. Dabei verweist er entschieden auch auf die Mitverantwortung der einzelnen Staaten und Institutionen, die Menschenhandel teilweise dulden oder ihn nur ungenügend ahnden. Auch in der anglikanischen Weltgemeinschaft steht der Einsatz gegen das Phänomen weit oben auf der Tagesordnung, berichtet Rachel Carnegie, die Vizedirektorin der Anglikanischen Allianz, die die Konferenz in Rom ausgerichtet hat, im Gespräch mit Radio Vatikan.

„Als Papst Franziskus mit dem anglikanischen Erzbischof Justin Welby zusammentraf, haben beide unterstrichen, dass diese Form der modernen Sklaverei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist. Sie gaben ihrer Vision Ausdruck, dass Kirchen und andere Glaubensgruppen als Partner in der ganzen Welt zusammenarbeiten können, um diese beklagenswerte Plage zu bekämpfen.“

Neues Aktionsnetzwerk gegen Menschenhandel

Papst Franziskus hatte bei einer Begegnung mit dem anglikanischen Primas Justin Welby im Juni dieses Jahres ausdrücklich den Einsatz der anglikanischen Kirche im Kampf gegen Menschenhandel gewürdigt. Wenige Monate zuvor hatten Vertreter der katholischen und anglikanischen Kirche sowie des Weltislam im Vatikan ein neues Aktionsnetzwerk, das Global Freedom Network (GFN), präsentiert, das sich den gemeinsamen Kampf gegen Menschenhandel und Sklaverei auf die Fahnen schreibt. Vorteil der Glaubensgemeinschaften im Kampf gegen den Menschenhandel sei ihre große Reichweite innerhalb der jeweiligen Gesellschaften weltweit, so Rachel Carnegie von der Anglikanischen Allianz:

„Das Geschenk der Kirchen und Glaubensgruppen ist ihre Präsenz in allen Gemeinschaften; sie sind wie Augen und Ohren vor Ort und aufmerksam für die Menschen, die gehandelt werden. Und je vereinter wir sind, desto mehr können wir dabei helfen, die Bewegungen des Menschenhandels zu überwachen, die Prävention voranzutreiben und die Strafverfolgung zu stärken, um Überlebende zu unterstützen.“

In Großbritannien arbeitet die Kirche eng mit der Polizei zusammen, berichtet Carnegie. Kirchenvertreter kümmerten sich aktiv um die Opfer von Menschenhandel nach Verhaftungen und stünden ihnen im Prozess der Strafverfolgung zur Seite.

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