„Klimawandel kostet Menschenleben“

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  • Bonn - 19.10.2014

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich beim Weltklimagipfel im kommenden Jahr in Paris für Klimaschutzmaßnahmen einzusetzen, die realistisch das Erreichen des Zwei-Grad-Limits sichern. Die Voraussetzungen dafür werden auch durch das EU Klimapaket gesetzt, das diese Woche im Europäischen Rat verhandelt wird.

Dazu gehören nach Überzeugung des ZdK die drastische Senkung der Treibhausgas-Emissionen, der Ausbau der Erneuerbaren Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz. Gemeinsam mit einer raschen und entschlossenen Reform des Zertifikatehandels kann die Europäische Union ihren Beitrag leisten, um gerade die Ärmsten der Armen vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu schützen.

ZdK bemängelt fehlenden politischen Willen

„Der von Menschen verursachte Klimawandel kostet Menschenleben – schon jetzt und vor allem in den von Armut betroffenen Regionen unserer Erde", so das ZdK in einer am Freitag, dem 17. Oktober 2014, verabschiedeten Erklärung mit dem Titel „Der Weltklimagipfel in Paris 2015 – Wendepunkt für unsere Erde“. Trotz diverser Anstrengungen zum Klimaschutz in den vergangenen Jahren fehle weltweit der politische Wille, die zukünftige Klimaerwärmung zumindest auf ein Mindestmaß einzudämmen. Die weltweiten Treibhausgas-Emissionen seien durch immer höhere Konsumwünsche und Wirtschaftswachstum, aber auch durch kurzsichtige Energiepolitik, mit zunehmender Geschwindigkeit angestiegen. Noch sei aber die Begrenzung der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellem Niveau möglich.

Deshalb spricht sich das ZdK dafür aus, den Empfehlungen des Weltklimarates IPPC zu folgen und die globalen CO2-Emissionen drastisch zu senken und bis zum Jahr 2050 auf einen Wert zwischen 40 Prozent und 70 Prozent unter den Wert von 2010 zu reduzieren und bis Ende des Jahrhunderts eine emissionsfreie Wirtschaft aufzubauen.

Erneuerbare Energien statt konventioneller Kraftwerke

Wichtige Schritte auf diesem Weg müssen aber auch in Deutschland noch gegangen werden, gerade auch um eine glaubwürdige internationale Vorbildfunktion einnehmen zu können. Der in der jüngsten Vergangenheit wieder steigende Anstieg klimaschädlicher Emissionen in Deutschland zeige, dass hier stärkere Anstrengungen notwendig sind. Dabei sollten alle Bereiche in den Blick genommen werden, wie beispielsweise die Energie¬versorgung, die Gebäudesanierung, der Wärmemarkt sowie der Verkehr und die Landwirtschaft. Für einen wirksamen Klimaschutz, müssen konventionelle Kraftwerke durch Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbare Energien ersetzt werden und der aktuellen Energieverschwendung durch Energieeffizienzstandards entgegen gewirkt werden.

Ausdrücklich betont das ZdK in seiner Erklärung, dass Klimaschutz die Akzeptanz und Mitwirkung der Bevölkerung braucht. Nur wenn es gelinge, die Zustimmung der Bevölkerung für einen Klimaschutz aufrecht zu erhalten, der auch die Lebenswelt jedes Einzelnen betreffe, könne ein derartiger notwendiger Veränderungsprozess erfolgreich sein, wie er in den nächsten Jahren und Jahrzehnten angegangen werden müsse. „Zielsetzung muss es dabei sein, einen Konsens für einen langfristig nachhaltigen Lebensstil zu entwickeln“, fordert das ZdK.

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