Caritas für dauerhaften Waffenstillstand in Gaza

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  • Vatikanstadt - 01.08.2014

Die katholische Hilfsorganisation „Caritas Internationalis“ hat einen dauerhaften Waffenstillstand im Gazastreifen gefordert. Dieser wäre jedoch nur ein „erster Schritt auf dem Weg zu einem gerechten Frieden“, der niemanden aus der Region ausschließen dürfe, heißt es in einem Appell ihres Präsidenten Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga.

Darin verlangt er eine Aufhebung der Blockade von Gaza, die es allen Bewohnern ermögliche, ihr Leben und ihre Lebensgrundlagen zu schützen, so der Aufruf, den Radio Vatikan am Freitag verbreitete. Caritas bringe den Betroffenen materielle und seelische Hilfe, stellte der Kardinal klar, der zu den engsten Beratern von Papst Franziskus gehört.

Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga. KNA

Der Weg zur Versöhnung sei lang, aber er müsse bei jedem einzelnen beginnen, so der Appell von Caritas Internationalis. Israel und Hamas sollten „die Waffen niederlegen und stattdessen einen Feldstecher in die Hand nehmen, um zu sehen, dass die meisten Opfer unschuldige Menschen sind“.

Mut zum Frieden

Maradiaga dankte allen Mitarbeitern der Caritas, die unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen ihre Arbeit leisteten. „Als Caritas beten wir für Frieden im Heiligen Land. Wir beten für die palästinensischen und israelischen Familien, die ihre Kinder, Mütter und Väter verloren haben und für alle, die getötet wurden.“ Er schließe dabei auch die Kinder ein, die unter Terror lebten und die auch lange nach dem Krieg „geistige Narben“ behalten würden.

„Als Caritas beten wir für Frieden im Heiligen Land. Wir beten für die palästinensischen und israelischen Familien, die ihre Kinder, Mütter und Väter verloren haben und für alle, die getötet wurden.“

— Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga

Der Kardinal erinnerte an den Ausruf von Papst Benedikt XV. vor 100 Jahren zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs: „Gewalt kann den Körper unterdrücken, aber nicht die Seele des Menschen“. Und Maradiaga fuhr fort: „Beten wir, dass trotz dieser schrecklichen Zeit von Krieg und Unterdrückung die Seelen von Palästinensern und Israelis frei bleiben, um an eine Zukunft in Gerechtigkeit und Frieden zu glauben.“

Zugleich verwies der honduranische Kardinal auf Papst Franziskus, der am 8. Juni bei einem Treffen mit den Präsidenten Israels und Palästinas betont hatte: „Um Frieden zu schaffen, braucht es Mut, sehr viel mehr, als um Krieg zu führen.“

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