Einkommensunterschiede weltweit gestiegen

  • Tokio/Berlin - 24.07.2014

Die Einkommensungleichheit ist nach Angaben des UN-Berichts zur menschlichen Entwicklung weltweit gestiegen. Nach der am Donnerstag in Tokio vorgestellten Studie des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) für 2013 sind auch die Bildungsunterschiede weiterhin groß. Insgesamt hält der Bericht eine Verlangsamung des weltweiten Wachstums fest. Auch sei die Entwicklung anfälliger für äußere Einflüsse wie Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder Konflikte.

Bei dem jährlich veröffentlichten „Index der Menschlichen Entwicklung“ (HDI) zu 187 Staaten hat sich an der Rangfolge am oberen und unteren Ende wenig geändert. An der Spitze stehen weiterhin Norwegen, Australien, die Schweiz, die Niederlande und die Vereinigten Staaten. Deutschland belegt den sechsten Platz. Die niedrigste Entwicklung verzeichnen die Demokratische Republik Kongo und der Niger. Für einige Staaten wie Nordkorea oder Südsudan konnte der HDI nicht erstellt werden. Der Index errechnet sich aus den jüngsten Daten für Gesundheit, Bildung und Einkommen.

Trotz Zugewinnen haben sich die Fortschritte von 2008 bis 2013 gegenüber den acht Jahren zuvor laut UNDP verlangsamt. So sank die Wachstumsrate in der asiatisch-pazifischen Region sowie in Lateinamerika und der Karibik um etwa die Hälfte. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Konfliktländer Zentralafrikanische Republik, Libyen und Syrien.

Der Bericht enthält auch eine Tabelle, die Ungleichheiten innerhalb eines Landes einbezieht. Dabei rutschen die USA vom 5. auf den 28. Rang, während sich Deutschland um einen Platz verbessert. Am geringsten waren die Ungleichheiten in Norwegen, Finnland und der Tschechischen Republik.

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Analphabetismus betrifft häufig Ältere

Im Bildungsbereich zeigt sich laut Index weiterhin, dass vor allem die ältere Generation stark vom Analphabetismus betroffen ist. Bei jungen Menschen geht es vor allem darum, den Aufstieg von der Primar- zur Sekundarstufe zu bewältigen. Die höchsten Ungleichheiten bestanden bei der Bildung in Südasien, den arabischen Staaten und in Afrika südlich der Sahara.

Erstmals umfasst der Index die geschlechtsspezifische Entwicklung in 148 Ländern. Demnach ist der HDI-Wert von Frauen in 16 Ländern gleich hoch wie bei Männern, darunter sind Argentinien, die baltischen Staaten, Polen, Russland, Schweden, die Ukraine und Uruguay. Bei einigen Ländern sei dies auf höhere Bildungsleistungen und die höhere Lebenserwartung von Frauen zurückzuführen. Am größten ist der Unterschied für Frauen in Afghanistan. Trotz Verbesserungen bei der Gesundheit, Bildung und der parlamentarischen Vertretung seien Frauen weiterhin benachteiligt, stellt das UNDP fest.

Mit Blick auf die mehrdimensionale Armut hält der Bericht fest, dass die Entbehrungen und Mängel insgesamt zurückgingen. Dennoch müssten 1,2 Milliarden Menschen ihren Lebensunterhalt mit 1,25 Dollar pro Tag bestreiten und 1,5 Milliarden Menschen litten unter Mangelerscheinungen. Fast 800 Millionen liefen Gefahr zu verarmen, wenn es durch Naturkatastrophen, Finanzkrisen oder anderes zu Rückschlägen komme.

© KNA

Zum UN-Bericht

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht jährlich einen Bericht über die menschliche Entwicklung. Der darin enthaltene Index der menschlichen Entwicklung (englisch Human Development Index, HDI) erfasst die durchschnittlichen Werte eines Landes in grundlegenden Bereichen der menschlichen Entwicklung. Dazu gehören zum Beispiel die Lebenserwartung bei der Geburt, das Bildungsniveau sowie das Pro-Kopf-Einkommen. Aus einer großen Zahl solcher Einzelindikatoren wird eine Rangliste errechnet.

Quelle: BMZ

zum Human Development Report 2014