Regierung und Guerilla bitten Kirche um Hilfe für Friedensdialog

  • Bogota - 18.07.2014

Die kolumbianische Regierung und Guerilla-Organisation FARC haben die katholische Kirche um Unterstützung bei der Auswahl der Opfervertreter bei den Friedensgesprächen gebeten. Die Kolumbianische Bischofskonferenz solle ihren Beitrag dazu leisten, dass die aufgestellten Kriterien bei der Auswahl gewährleistet sind, heißt es in einem Offenen Brief, aus dem die Kirche auf ihrer Internetseite (Donnerstag Ortszeit) zitiert.

Die Bischofskonferenz solle als unabhängige Institution gewährleisten, dass die Opfervertreter das gesamte Spektrum der Menschenrechtsverletzungen repräsentieren, zu denen es während des bewaffneten Konfliktes gekommen ist. Dies betrifft nicht nur Opfer der FARC-Gewalt, sondern auch Gewaltopfer von paramilitärischen Banden oder der regulären Streitkräfte.

Opferverbände nehmen an Friedensgesprächen teil

Regierung und FARC verständigten sich darauf, dass Opfervertreter erstmals am 16. August die Möglichkeit bekommen sollen, an den Friedensgesprächen teilzunehmen. Zuletzt hatten Opferverbände kritisiert, dass ihre Stimme bei den Verhandlungen in Kuba keine Rolle spiele.

Mit ihrer Unterstützung bei den sensiblen Frage der Opferrechte greift die katholische Kirche erstmals aktiv in die Friedensgespräche ein. Ende 2012 hatte die kolumbianische Regierung Friedensverhandlungen mit der FARC-Guerilla aufgenommen; die finden in der kubanischen Hauptstadt Havanna statt. Mit der zweitgrößten Rebellengruppe des Landes, der ELN-Guerilla, finden derzeit Sondierungsgespräche statt.

Die FARC entstand 1964. Mit rund 9.200 Kämpfern ist sie die größte Rebellenorganisation Lateinamerikas. Ihr werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Die EU stuft sie als Terrororganisation ein.

© KNA