Ebola-Konferenz beschließt Kooperation über Grenzen hinweg

  • Genf/Berlin - 04.07.2014

Schnelle Maßnahmen zur Bekämpfung der schweren Ebola-Epidemie in Westafrika haben Vertreter afrikanischer Staaten und internationale Gesundheitsexperten beschlossen. Ziel sei eine länderübergreifende Strategie im Kampf gegen die Viruserkrankung, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstagabend in Genf mit. Zuvor hatten in Accra/Ghana elf afrikanische Gesundheitsminister und Seuchenexperten in einer zweitägigen Krisensitzung getagt. Bislang sind seit März in Guinea, Liberia und Sierra Leone insgesamt mehr als 450 Menschen an Ebola gestorben. Es handelt sich um den bislang schwersten Ausbruch der Krankheit.

Zunächst will die WHO ein „subregionales Kontrollzentrum“ in Guinea eröffnen, wie es in der Mitteilung hieß. Es soll als Koordinationsplattform im Kampf gegen die Krankheit dienen. Zudem sollen ab sofort Politiker, angesehene Gemeindemitglieder und religiöse Anführer in Aufklärungskampagnen eingebunden werden. Geplant sind darüber hinaus die Entsendung von weiterem Personal, der Austausch mit ebolaerfahrenen Ländern und die Suche nach Erkrankten.

„Es ist Zeit für konkrete Aktionen, um das Leiden und die Todesfälle zu einem Ende zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu vermeiden“, sagte WHO-Afrikadirektor Luis Gomes Sambo. Bislang gibt es für Ebola weder eine Impfung noch ein Medikament.

„Ärzte ohne Grenzen“ fordert schnelle Umsetzung

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ begrüßte die geplanten Maßnahmen. Nun müssten alle Konferenzteilnehmer die Beschlüsse schnell umsetzen, erklärte die Brüsseler Notfallkoordinatorin der Organisation, Marie-Christine Ferir. Qualifiziertes medizinisches Personal werde dringend benötigt; es müssten Schulungen zur Behandlung von Ebola organisiert und die Nachverfolgung von Verdachtsfällen sowie die Aufklärung verstärkt werden.

Nach Einschätzung der Hilfsorganisation werden bisherige Schutzvorkehrungen von der Bevölkerung teils nicht akzeptiert. Die Helfer in ihren Schutzanzügen lösten Ängste bei den Menschen aus. „Patienten verstecken sich, Menschen, die Kontakt hatten, verschweigen das, und damit kommt es immer wieder zu neuen Ausbruchherden.“

Unterdessen appellierten die Bündnisgrünen in Berlin an die Bundesregierung, zusammen mit der EU schnelle Hilfe zu leisten. Die Krise in den westafrikanischen Staaten zeige, „dass wir Investitionen in den weltweiten Aufbau von solidarisch und öffentlich organisierten sozialen Sicherungssystemen brauchen“, sagte der entwicklungspolitische Sprecher Uwe Kekeritz.

© KNA