Pax Christi: Wechsel von Ex-Minister Niebel hat „Beigeschmack“

  • Berlin - 02.07.2014

Die katholische Friedensbewegung Pax Christi hat den geplanten Wechsel von Ex-Bundesminister Dirk Niebel (FDP) zum Rüstungskonzern Rheinmetall kritisiert. Die Berufung des früheren Bundesentwicklungsministers habe allemal einen „fahlen Beigeschmack“, so Generalsekretärin Christine Hoffmann in einer am Dienstagabend in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Nach einer Mitteilung des in Düsseldorf ansässigen Unternehmens soll Niebel ab Januar 2015 den Konzernvorstand beraten. Dabei gehe es um internationale Strategieentwicklung und Beziehungen zu Regierungen in aller Welt.

Niebel war von 2009 bis 2013 Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in der schwarz-gelben Koalition. Vor Amtsantritt hatte er mit der Forderung nach Abschaffung des Ministeriums für Aufsehen gesorgt. Die Rheinmetall AG macht nach eigenen Angaben einen Jahresumsatz von 4,6 Milliarden Euro.

Hoffmann warf die Frage auf, ob Niebels „neuer Job ein spätes Dankeschön“ sei. Er habe dem Bundessicherheitsrat angehört, als Rheinmetall die Erlaubnis für ein Multimilliardengeschäft mit Fuchs-Panzern in Algerien erhalten habe. Weiter heißt es in der Stellungnahme von Pax Christi: „Sucht der Konzern einen gut vernetzten Entwicklungshelfer für seine Rüstungsexportgeschäfte mit Entwicklungsländern? Niebel wäre dann mit seinen zu Amtszeiten erworbenen Kontakten in Afrika und Asien aus Konzernsicht eine Idealbesetzung.“

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