Chiles Regierung verspricht Indigenen mehr Rechte

  • Santiago de Chile - 26.06.2014

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet hat Reformen im Verhältnis des Staates zu den indigenen Völkern angekündigt. Anlässlich des „Nationalen Tages der indigenen Völker in Chile“ bekräftigte das sozialdemokratische Staatsoberhaupt am Dienstag (Ortszeit) in Santiago de Chile, die Regierung wolle der indigenen Bevölkerung zu mehr politischer Teilhabe verhelfen und ein „Ministerium für indigene Völker“ schaffen. Zudem solle angestammtes Land an die indigenen Völker zurückgegeben werden; dafür werde die Regierung Ländereien aufkaufen.

Die Regierung Bachelets hat sich seit ihrem Amtsantritt im März wiederholt zur „historischen Schuld“ des chilenischen Staats gegenüber den Mapuche, der größten indigenen Bevölkerungsgruppe des Landes, bekannt und sich für die Ausplünderung ihres Landes entschuldigt. Zuletzt hatte die Regierung versprochen, ein umstrittenes Anti-Terrorgesetz nicht mehr bei sozialen Protesten der Mapuche anzuwenden.

Angespanntes Verhältnis

Schätzungsweise 600.000 Angehörige der Mapuche leben noch im Süden Chiles sowie weitere Hunderttausende in der Hauptstadt Santiago. Sie zählen zum ärmsten und am wenigsten gebildeten Teil der Bevölkerung. Das Verhältnis zum chilenischen Staat ist angespannt.

Im Alltag sind die Ureinwohner Diskriminierung und Vorurteilen ausgesetzt, vergleichbar etwa mit Roma und Sinti in Europa. Die UN-Konvention 169 der Weltarbeitsorganisation ILO zum Schutz ethnischer Minderheiten ist bislang nicht voll umgesetzt. Die Pinochet-Diktatur (1973–1990) leugnete das Vorhandensein einer ethnischen Minderheit völlig.

© KNA

Blickpunkt Lateinamerika

Weitere Nachrichten aus Lateinamerika finden Sie auf dem Adveniat-Informationsportal „Blickpunkt Lateinamerika“:

www.blickpunkt-lateinamerika.de