Bündnis kritisiert starken Anstieg von Schweinefleisch-Export

  • Berlin - 23.06.2014

Ein Bündnis aus Umwelt-, Entwicklungs- und Tierschutzorganisationen fordert einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. Der Zusammenschluss von rund hundert Organisationen unter dem Titel „Wir haben es satt“ kritisierte am Montag in Berlin einen systematischen Anstieg beim Export von billigem Schweinefleisch aus Europa.

Deutschland sei ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung. So liege der Zuwachs von deutschen Schweinefleischexporten auf dem Weltmarkt von 2000 bis 2013 bei knapp 600 Prozent. Dies sei auch besorgniserregend, weil die Entwicklungsländer sich nicht vor den „marktverzerrenden Importen“ schützen könnten.

Dem Bündnis gehören neben Misereor unter anderem Brot für die Welt , der Bund für Umwelt und Naturschutz , der Deutsche Tierschutzbund , das globalisierungskritische Netzwerk Attac sowie Oxfam Deutschland an. Es ruft für Sonntag zu einer Demonstration gegen einen neuen Schweinemast-Betrieb im brandenburgischen Haßleben auf.

Stig Tanzmann von der Hilfsorganisation Brot für die Welt erklärte, die Ausweitung der Schweinemast basiere auf steigenden Importen von gentechnisch verändertem Soja aus Entwicklungsländern. Der industrielle und monokulturelle Sojaanbau in den südamerikanischen Anbauländern gehe häufig mit gravierenden Menschenrechtsverstößen und dramatischen Umweltproblemen einher.

© KNA