Hilfswerke übergeben Petition zur WM in Brasilien

  • Brasilia/Essen - 16.06.2014

Zum Start der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien haben mehrere deutsche katholische Hilfswerke am Freitag in Brasilia bei der Regierung eine Petition für mehr soziale Gerechtigkeit eingereicht, wie das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat am Freitag in Essen mitteilte. Die Petition „Fairness für alle“ des Aktionsbündnisses „Steilpass“ enthält insgesamt zehn Forderungen, darunter ganzheitliche Bildung für alle, eine gerechte Land- und Agrarreform, Gesundheitsversorgung für alle und den Schutz der Jugend vor Gewalt.

„Internationale Sportereignisse wie die Fußball-WM müssen so ausgerichtet werden, dass die Menschen Gewinn daran haben“, sagte Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens anlässlich der Petitionsübergabe im Präsidentenpalast in Brasilia am WM-Eröffnungstag. Nicht Fairplay bestimme die Gesellschaft, sondern „krasse Ungleichheit zwischen Arm und Reich“. „Wer kein Geld hat, hat kaum eine Chance auf gute Bildung“, so Jentgens. Das Aktionsbündnis wolle mit dem Weltfußballverband FIFA und dem Internationalen Olympischen Komitee darüber sprechen.

Kampagne soll nach der WM weitergeführt werden

Die Petition nahm die Stellvertreterin des Ministers im Präsidialamt der Republik Brasilien, Vanessa Dolce de Faria, entgegen. Die Forderungen der Petition seien auch die Ziele der brasilianischen Regierung, so Dolce de Faria. Sie hoffe, ihr Land werde bis zu den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro „einen großen Schritt hin zur Verwirklichung dieser Ziele“ machen.

Die Aktion „Steilpass“ wird in Brasilien durch die nationale Bischofskonferenz und die brasilianische Ordenskonferenz unterstützt. Die Kampagne soll nach der Fußball-WM im Blick auf die Olympischen Spiele und die Paralympics 2016 weitergeführt werden.

Neben Adveniat gehören zum Aktionsbündnis der katholische DJK-Sportverband, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) und Kolping International. Zu den Unterzeichnern der Petition gehören unter anderen Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD), der frühere Bundespräsident Horst Köhler und die deutschen Kardinäle Reinhard Marx und Karl Lehmann und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Auch Prominente unterstützen das Projekt, etwa der Schauspieler Joe Bausch ("Tatort"), der Kabarettist und Autor Frank Goosen und der Schauspieler Peter Lohmeyer.

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