Bundesregierung für messbare und konkrete Nachhaltigkeitsziele

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  • Berlin - 04.06.2014

Die Bundesregierung will sich nach den Worten von Entwicklungsstaatssekretär Friedrich Kitschelt für konkrete und messbare globale Nachhaltigkeitsziele (SDGs) einsetzen. Übergreifendes Ziel müsse es sein, „dass alle Menschen ein menschwürdiges und friedliches Leben in den Grenzen des Planeten leben können“, sagte Kitschelt am Mittwoch in Berlin. Grundlage dafür müsse eine „neue globale Verantwortungsethik“ sein.

Der Staatssekretär äußerte sich auf einem Kongress des Verbandes Deutscher Nichtregierungsorganisationen Venro zur Rolle der Gesundheit bei den SDGs. Die Agenda soll die Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) ab 2015 ablösen.

Kitschelt verteidigte die MDGs. Die Gesamtbilanz sei „nicht so schlecht“. So habe die Weltgemeinschaft die Zahl der Armen halbieren können, trotz eines rasanten Anstiegs der Weltbevölkerung. Die MDGs hätten eine klare politische Lenkungsfunktion. Das gelte auch für die Post-2015-Agenda. Dabei gehe es um die Zukunftsfragen der Menschheit. Zugleich warnte Kitschelt vor zu großen Erwartungen. „Wenn die Agenda funktionieren soll, muss die ganze Welt mitgenommen werden“. Das bedeute zugleich auch, dass sich die MDGs gleichermaßen an die Industrieländer richteten, etwa beim Klima- und Ressourcenschutz.

Venro fordert eigenständiges Gesundheitsziel in der Post-2015-Agenda

Für Venro forderte die Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung, Renate Bähr, dass sämtliche Ziele künftig „menschenrechtsbasiert“ sein müssten. Alle Menschen müssten gleichermaßen Zugang zu guten Gesundheitsdiensten erhalten, unabhängig von ihrem Einkommen und ihrem sozialen Status. Immer noch stürben 6,6 Millionen Kinder jährlich vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Krankheiten.

Ferner müsse das Thema Gesundheit als ein eigenes umfassendes Ziel Eingang in die neue Nachhaltigkeitsagenda finden. Nach den Vorstellungen der Entwicklungsorganisation sollen die noch nicht erfüllten Millenniumsziele fortgeführt werden, aber zugleich „ambitionierter sein“. Über die bisherige Agenda hinaus sollten die SDGs die Stärkung von Gesundheitssystemen sowie die Prävention aufnehmen. Als weitere Aufgabe nannte Bähr die Chancengleichheit bei Zugang zum Gesundheitssystem.

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