Bundespräsident Gauck im Missio-Truck

  • Regensburg - 29.05.2014

Bundespräsident Joachim Gauck hat am Donnerstag auf dem Katholikentag in Regensburg den Truck „Menschen auf der Flucht“ des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio besucht. In dem Lastwagen besichtigte er eine multimediale, computergestützte Installation, mit deren Hilfe sich die Besucher in die Lage von Bürgerkriegsflüchtlingen im Osten der Demokratischen Republik Kongo versetzen können. Gauck hob im Missio-Truck hervor, dass die Atmosphäre die Situation der Flüchtlinge durch die Enge sehr gut widergebe.

„Flucht zieht jedem Menschen den Boden unter den Füßen weg, Familien werden auseinandergerissen. Wer hier in Deutschland durch den Truck geht, soll das spüren. Wir wollen für die Not von Flüchtlingen weltweit sensibilisieren, damit auch in Deutschland Flüchtlinge mit offenen Armen aufgenommen werden“, sagte Gregor von Fürstenberg, Missio-Vizepräsident, nach dem Rundgang. Er überreichte Bundespräsident Gauck ein Patronenkreuz, das im Kongo gefertigt wurde. In einem Projekt des kongolesischen Priesters und Menschenrechtlers Justin Nkunzi werden die Metallmäntel verschossener Patronen aufgeschlitzt und zu einem Kreuz geformt. „Dieses Zeichen soll immer daran erinnern, dass die Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit stärker ist als jede Gewalt“, so Fürstenberg gegenüber Bundespräsident Gauck. Dieser zeigt sich zum Abschied „sehr beeindruckt“ vom Missio-Truck und der Arbeit des Hilfswerkes.

Der Missio-Truck „Menschen auf der Flucht“ startete beim Katholikentag 2012 in Mannheim. Seitdem besuchten ihn rund 19.000 Menschen. Die Computerinstallation in dem Truck ist 2013 mit dem Deutschen Computerspielpreis 2013 in der Kategorie „Best Serious Game“ ausgezeichnet worden. Im Kongo unterstützt Missio Aachen mehrere Projekte, die Flüchtlingen und Opfern des Bürgerkrieges helfen. So werden etwa in der Erzdiözese Bukavu von Missio Programme zur Trauma-Therapie von Opfern sexueller Gewalt mit knapp 200.000 Euro gefördert. Vorausgegangen sind oftmals Vergewaltigungen in der Heimat der Opfer, die als militärische Waffe eingesetzt werden. Missio unterstützt zudem die Ausbildung von kongolesischen Traumatherapeuten und die Arbeit eines Jugendzentrums in Ngangi im Bistum Goma, das junge Kriegsflüchtlinge aufnimmt und betreut.

© Missio Aachen