Hilfe für Kinder in Zentralafrika

  • Aachen - 28.05.2014

Angesichts der katastrophalen Lage in der Zentralafrikanischen Republik können die Projekte dort nicht wie geplant weiter geführt werden“, sagt Annette Funke, Länderreferentin im Kindermissionswerk „Die Sternsinger" . „Dennoch lassen wir unsere Partner und die Kinder nicht im Stich, sondern passen die Förderung der aktuellen Situation an“, so Funke weiter.

Mit einem Nothilfepaket in Höhe von 171.500 Euro unterstützen die Sternsinger unter anderem rund 3.000 Straßenkinder in der Hauptstadt Bangui und 200 Waisenkinder in der Diözese Kaga-Bandoro. Diese Finanzierungshilfen werden dringend zum Schutz der Kinder benötigt, denn Straßenkinder und Waisen sind der Gewalt hilflos ausgeliefert und werden oft als Kindersoldaten rekrutiert. Laut den Angaben der Vereinten Nationen sind es bereits über 6.000.

24 Stunden am Tag eine Zuflucht

Streetworker versuchen trotz der gefährlichen Lage, möglichst viele Straßenkinder ins Zentrum der Stiftung Voix du Coeur (Stimme des Herzens) einzuladen. Viele Mädchen und Jungen, die hier aufgenommen werden, sind traumatisiert und krank. Das Zentrum ist 24 Stunden am Tag geöffnet und bietet den Kindern Schutz, Mahlzeiten, medizinische und psychologische Betreuung. Nachhilfe, Alphabetisierungskurse und Schulunterricht werden so weit wie möglich wieder aufgenommen.

Im Norden der Zentralafrikanischen Republik führt die Gewalt zur Flucht vieler Menschen, sie verstecken sich im Busch und auf den Feldern. 1.500 Menschen haben Zuflucht im Pastoralzentrum der Diözese Kaga-Bandoro gefunden. Da staatliche Schulen geschlossen sind, übernimmt das Kindermissionswerk übergangsweise 35 Lehrergehälter an katholischen Schulen, damit wenigstens hier der Unterreicht fortgesetzt werden kann. Ein regelmäßiger Schulbesuch stellt für die Kinder zumindest eine gewisse Normalität her. Darüber hinaus wird gemeinsam mit den lokalen Partnern eine Nahrungsmittelbeihilfe für 200 Waisenkinder ermöglicht.

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst , langjähriger Partner des Kindermissionswerks, musste seine Mitarbeiter evakuieren und kann die Arbeit an über 70 Schulen in der nördlichen Diözese Bossangoa nicht fortsetzen. Derzeit laufen die Beratungen, welche Nothilfe-Maßnahmen alternativ möglich sind.

Kirche steht fest an der Seite der Menschen

Die Bischöfe verurteilen die Gewalt und rufen die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. Sie selbst sind vor Ort präsent, um den Menschen beizustehen, sind aber auf die Unterstützung von außen angewiesen.

„Wenn die Kirche nicht mehr da ist, wird alles zusammenbrechen, dann gibt es nichts mehr. Es sind die kirchlichen Mitarbeiter, die den Mut haben, die Wahrheit zu sagen, und die versuchen, der Bevölkerung zu helfen“, so Bischof Albert Vanbuel, Bischof von Kaga-Bandoro, im April bei seinem Besuch in Aachen im April. „Die Kirche ist sehr, sehr wichtig – nicht nur für die Katholiken hier im Land.“

© Kindermissionswerk „Die Sternsinger“