Renovabis-Pfingstaktion eröffnet

  • Dresden - 19.05.2014

Mit einem Festgottesdienst in der Dresdner Kathedrale hat das katholische Osteuropa-Hilfswerk Renovabis am Sonntag seine neue bundesweite Pfingstaktion eröffnet. Höhepunkt und Abschluss der Kampagne ist die Kollekte in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands am Pfingstsonntag, 8. Juni. Renovabis fördert seit 21 Jahren pastorale und soziale Projekte in den Ländern des früheren Ostblocks.

Die Pfingstaktion steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“. Damit erinnere Renovabis an die friedliche Revolution vor 25 Jahren, sagte der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heiner Koch, in seiner Predigt. Das Leitwort verweise zugleich auch auf die Glaubenstreue vieler Christen im Osten Europas in der Zeit des Kommunismus, „auch wenn es sie viel gekostet hat“, so Koch. Er ist seit März in der Deutschen Bischofskonferenz für das Osteuropa-Hilfswerk zuständig.

Bischof Heiner Koch und die Pfingstaktion

Der Dresdner Bischof Heiner Koch zeigt, wie ein Plakat zur Renobabis-Pfingstaktion entsteht.

Renovabis

Auch Renovabis-Hauptgeschäftsführer Stefan Dartmann erklärte, bei ihrem Engagement für den Fall des Eisernen Vorhangs hätten viele Menschen Kraft aus ihrem Glauben geschöpft. Zugleich betonte er, die friedliche Revolution sei noch unvollendet. Es gebe weiter Defizite und Probleme. „Vorurteile und Klischees bilden noch unsichtbare Mauern“, betonte der Jesuit. Er rief zum gemeinsamen Engagement für ein solidarisches Europa auf. Dabei würdigte er die Unterstützung der deutschen Katholiken für Renovabis.

Auf die Not aufmerksam machen

An dem Gottesdienst nahmen auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) und zahlreiche Gäste aus Osteuropa teil. Unter ihnen war Bischof Clemens Pickel aus Saratow (Russland). Der aus Sachsen stammende Pickel dankte dafür, „dass Renovabis auf die Not im Osten aufmerksam macht“.

Bei einem anschließenden Bühnenprogramm würdigte Tillich Renovabis als wichtigen Beitrag der Kirche in Deutschland. Die Ostdeutschen könnten damit gegenüber anderen die Solidarität zeigen, die sie selbst aus dem Westen erfahren hätten. Der Ministerpräsident rief dazu auf, nun auch die Hochwasseropfer in Serbien und Bosnien-Herzegowina zu unterstützen. „Wir dürfen nicht nur Mitleid bekunden, wir müssen auch helfen“, forderte Tillich.

Bischof Koch betonte, Renovabis helfe Menschen ungeachtet ihrer Religion oder politischen Überzeugung. Das Hilfswerk sei ein gutes Beispiel für das Miteinander von Staat und Kirchen in Deutschland.

© KNA