Evangelische Kirche in Nigeria appelliert an Regierung

  • Lagos/Bonn - 13.05.2014

Die Dachorganisation der evangelischen Kirchen in Nigeria, der Christian Council of Nigeria (CCN), hat die Regierung von Staatspräsident Goodluck Jonathan dazu aufgerufen, die Suche nach den über 200 entführten Schülerinnen zu beschleunigen. Es sei bedauerlich, dass die Sicherheitskräfte in der Ortschaft Chibok 25 Tage nach der Entführung der Kinder aus der örtlichen Schule durch Boko-Haram-Kämpfer noch keine sichtbaren Ergebnisse geliefert hätten.

Dies betonte der CCN-Generalsekretär Yusuf Ibrahim Wushishi in einem in diesen Tagen veröffentlichten Schreiben an den nigerianischen Präsidenten.

„Wir rufen die Regierung Nigerias dazu auf, die Bemühungen, das Leben der entführten Mädchen zu retten, auf allen Ebenen zu intensivieren, unsere zukünftigen Mütter zu befreien und die Mörder und Kidnapper zur Verantwortung zu ziehen“, so Wushishi. Er begrüße die Hilfsangebote der internationalen Gemeinschaft, die Suche nach den verschleppten Schülerinnen zu unterstützen und die Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken.

Laut Aussage des CCN habe Nigeria seit dem Jahr 2011 Hunderte unschuldige Zivilisten durch Anschläge der islamistischen Gruppe Boko Haram verloren. „Dies ist ein Weckruf für die vereinte nigerianische Front und der Sieg wird uns nicht entzogen werden“, erklärte Wushishi.

Islamisten fordern Freilassung inhaftierter Mitglieder

Vor vier Wochen wurden mehr als 200 Schülerinnen aus einem Internat in Chibok im Bundesstaat Borno entführt. Einige konnten selbst fliehen. Doch die große Mehrheit befindet sich noch immer in den Händen der Terroristen.

Diese hatten am Montagmorgen in einer Videobotschaft die Freilassung aller inhaftierten Mitglieder der Islamisten gefordert. Im Gegenzug könnten die Mädchen zu ihren Familien zurückkehren; ansonsten müssten sie zum Islam übertreten. (lek mit kna)

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