Auszeichnung für Ordensfrau Ruth Pfau

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  • Würzburg/Aachen - 02.05.2014

Ruth Pfau (84), international bekannte katholische Ordensfrau und Lepraärztin, erhält am heutigen Freitag den Klaus-Hemmerle-Preis 2014. Die zum sechsten Mal vergebene, undotierte Auszeichnung wird ihr im Aachener Dom verliehen. Damit werde die als Lepraärztin in Pakistan bekanntgewordene Pfau für ihr Lebenswerk geehrt, hieß es von der Fokolar-Bewegung, die den Preis vergibt.

Mit dem „stillen, indirekten Glaubenszeugnis ihres Lebenswerkes“ sei Pfau zu einer „Brückenbauerin und Einheitsstifterin“ geworden, heißt es in der Begründung der Fokolar-Bewegung. Das Ausmaß ihres Engagements sei in seiner Radikalität und Intensität mit dem von Mutter Teresa zu vergleichen.

Der gebürtigen Leipzigerin ist es in den vergangenen mehr als 50 Jahren gelungen, die Zahl der Lepra-Erkrankungen in Pakistan drastisch zu verringern. Seit 1960 lebt die Ordensfrau („Töchter vom Herzen Mariä“) in der pakistanischen 13-Millionen-Metropole Karachi. 1963 gründete sie dort mit Unterstützung der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) das mittlerweile legendäre Marie-Adelaide-Lepra-Krankenhaus. Unter ihrer Leitung entstand ein flächendeckendes Behandlungssystem in Pakistan, das durch das große Erdbeben von 2005 stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, mittlerweile aber wieder hergestellt ist.

Engagierter Einsatz für Leprakranke

Die Ärztin bildet Leprahelfer aus und setzt sich für Menschenrechte, Völkerverständigung und die Achtung aller Religionen ein. Unterstützt wird Pfau in ihrer Arbeit seit Jahren von der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Aus dem landesweiten Einsatz der Mitarbeiter sei in Pakistan das Lepra-Kontrollprogramm hervorgegangen, durch das die Zahl der Patienten in den ersten 30 Jahren nach Angaben des Hilfswerks von mehr als 100.000 (1960) auf 10.000 (1991) sank. Heute erkrankten jährlich Hunderte Menschen neu an Lepra. Zugleich müssten Hunderttausende weiter betreut werden, da das Leprabakterium dauerhaft gesundheitlichen Schaden anrichte.

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Der alle zwei Jahre verliehene Klaus-Hemmerle-Preis wurde von der Fokolar-Bewegung im Gedenken an den früheren Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929–1994) gestiftet. Frühere Preisträger sind der jüdische Professor Ernst-Ludwig Ehrlich, der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Christian Krause, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel und der emeritierte Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol.

Ruth Pfau wird Missio-Glaubenszeugin

Bilder und Texte zum Leben der 84-jährigen Ordensfrau werden demnächst im Rahmen der Wanderausstellung Glaubenszeugen des Internationalen Katholischen Missionswerks Missio Aachen zu sehen sein.

Als Ärztin stehe Ruth Pfau in Pakistan vielen Menschen in schwersten Krankheiten bei, so Missio-Präsident Prälat Klaus Krämer. Als Ordensfrau lebe sie aus der befreienden Botschaft des Evangeliums. „So macht sie mit ihrem Leben den Menschen Mut, darauf zu vertrauen, dass Gott wirklich das Heil des Menschen will, auch wenn es Zeiten der Frustration und Verzweiflung gibt. Deshalb ist Ruth Pfau die neue Protagonistin in unserer Ausstellung Glaubenszeugen“, so Krämer weiter.

Die Missio-Ausstellung „Glaubenszeugen“ versteht sich als Beitrag zum Jahr des Glaubens, das Papst Benedikt XVI. vom 11. Oktober 2012 bis 24. November 2013 ausgerufen hatte. Die Ausstellung ist aber auch nach dem Ende des Jahr des Glaubens weiter in Deutschland unterwegs und wird kontinuierlich erweitert. (lek mit KNA/Missio)

Glaubenszeugen

Weitere Informationen zur Missio-Ausstellung „Glaubenszeugen“ finden Sie unter

www.missio-hilft.de

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