„Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen“

  • Bonn - 14.04.2014

Eine Krise, die unsere Zukunft bedroht“, so bewerten die Europäischen Justitia et Pax Kommissionen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa im Rahmen ihrer jährlichen Konzertierten Aktion 2014. In einigen Mitgliedsstaaten der EU liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei über 50 Prozent.

Die betroffenen jungen Menschen laufen Gefahr, eine verlorene Generation zu werden. Seit der Wirtschafts- und Finanzkrise werde oft vorrangig ein ausgeglichener Staatshaushalt angestrebt, während Investitionen in Menschen und ihre Potentiale diesem Ziel nachgeordnet würden. „Wie von führenden EU-Politikern bestätigt, besteht jedoch die vorrangige Aufgabe für Regierungen, die auf die Krise reagieren müssen, in Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Menschen zu investieren.“, so heißt es in der Erklärung, die in diesen Tagen von 31 nationalen Justitia et Pax Kommissionen in ihren Ländern veröffentlicht und in den politischen Dialog eingebracht werden.

Dies erfordere die wirksame Umsetzung einer Strategie zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Politisch Verantwortliche müssten zudem auch in die Demokratie investieren, indem beispielsweise Konsultationsverfahren eingesetzt werden, die junge Menschen aktiv an solchen Prozessen beteiligen, die zur Lösung dieser Krise beitragen sollen. Bildung und Ausbildung seien langfristig gesehen zentrale Themen für eine nachhaltige Beschäftigungspolitik.

Menschenwürdige Arbeit als grundlegendes Menschenrecht

Jugendarbeitslosigkeit sei das beunruhigende und auffälligste Symptom einer viel größeren Problematik, betont Justitia et Pax Europa, nämlich der fehlenden Berücksichtigung der vollen Bedeutung von Arbeit in der Sozial- und Wirtschaftspolitik. Dagegen unterstreiche die katholische Soziallehre, dass menschenwürdige Arbeit ein grundlegendes Menschenrecht ist.

„Angesichts der bevorstehenden Europawahl fordern wir die europäischen Regierungen und Institutionen der EU auf, Beschäftigung bei Plänen für die wirtschaftliche Erholung vorrangig zu behandeln unter Einsatz von spezifischen Strategien zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, die unter Beteiligung von jungen Menschen entwickelt wurden.“

Mit dieser Konzertierten Aktion fordert Justitia et Pax europaweit mehr Aufmerksamkeit für die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit im Europawahlkampf.

Zu der Konferenz Europäischer Justitia et Pax-Kommissionen gehören derzeit 31 nationale Justitia et Pax-Kommissionen, die von der jeweiligen katholischen Bischofskonferenz des Landes eingerichtet bzw. anerkannt wurden, unter ihnen die Deutsche Kommission Justitia et Pax.

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