Papst lädt Bischof Kräutler zur Mitarbeit an Öko-Enzyklika ein

  • Wien - 07.04.2014

Papst Franziskus hat den brasilianischen Bischof Erwin Kräutler (74) zur Mitarbeit an einer Enzyklika über Ökologie und die Bedrohung der Erde eingeladen. Das berichtete der Bischof der Amazonas-Diözese Altamira-Xingu am Samstag im Österreichischen Rundfunk (ORF).

Der Papst hatte Kräutler am Freitag in einer Sonderaudienz empfangen. Themen des Treffens waren laut ORF die verfassungsmäßigen Rechte der indianischen Urbevölkerung Brasiliens, die Bedrohung der Indios und des Regenwalds durch landwirtschaftliche Maßnahmen, die Folgen des Baus des Megastaudamms Belo Monte am Xingu-Fluss sowie Vorschläge gegen den Priestermangel.

Vatikansprecher Federico Lombardi hatte im Januar bestätigt, dass Papst Franziskus an einer Enzyklika über Ökologie und Umweltschutz schreibt. Der Papst wolle sich darin insbesondere zur „Ökologie des Menschen“ äußern. Einen Termin für die Veröffentlichung des päpstlichen Lehrschreibens gebe es jedoch noch nicht. Die Arbeiten befänden sich erst im Anfangsstadium.

Kräutler warnt vor Ende der indigenen Völker

Im ORF-Morgenjournal sagte Kräutler, Brasilien habe nach der Rückkehr zur Demokratie in den 1980er-Jahren die Indianerrechte in der Verfassung verankert. Großgrundbesitzer und „Agrobusiness“ versuchten jedoch, diese Rechte auszuhebeln. Wenn sie Erfolg hätten, würde dies das Ende der indigenen Völker bedeuten.

Der Bischof berichtete, der Bau des Megastaudamms Belo Monte erfolge unter massivstem Polizeischutz. Das Projekt sei mit einer Aussiedlung von 40.000 Fischern und Kleinlandwirten verbunden. Dass es nur so zu realisieren sei, „spricht ja schon Bände“, betonte Kräutler.

Mit Blick auf den extremen Priestermangel in seiner Diözese sagte der aus Vorarlberg stammende Missionsbischof, der Papst erwarte „mutige und kühne Vorschläge“. Franziskus habe aber betont, man könne von ihm „nicht Rezepte verlangen“.

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