„Eine arme Kirche für die Armen“

  • Studientag - 04.04.2014

Angesichts aktueller Debatten über Reichtum und Verschwendung in der katholischen Kirche und in unserer Wohlstandsgesellschaft besitzt das Hauptanliegen des Papstes „eine arme Kirche für die Armen“ brennende Aktualität. Wie lässt sich konkret eine solche Forderung vor Ort umsetzen? Was besagt dieses Anliegen für die Lebenspraxis der Christen weltweit?

Diesen und weiteren Fragen möchte der Studientag nachgehen, der am 8. April vom Institut für Weltkirche und Mission in Kooperation mit dem Oswald von Nell-Breuning-Institut durchgeführt wird. Die theologische, aber auch gesellschaftsethische Bedeutung der Kernbotschaft von Papst Franziskus wird in Vorträgen mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung reflektiert.

Unter dem Titel „Eine arme Kirche – mitten im Wohlstand?“ thematisiert Prof. Dr. Bernhard Emunds, Professor für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik in Sankt Georgen, ob die Wohlstandsstrukturen unserer Gesellschaft mit der Vorstellung einer Kirche Jesu Christi überhaupt kompatibel sind.

Das Armutsverständnis des Papstes greift Dr. Francisco de Aquino Júnior vor dem Hintergrund der Befreiungstheologie auf. Er gilt als Kenner dieser theologischen Richtung und ist Berater der Brasilianischen Bischofskonferenz für das soziale Engagement der Kirche in Ceará (Brasilien).

Impulse aus der Praxis gibt Schwester Agnes Lanfermann, Generaloberin der Missionsärztlichen Schwestern (Medical Mission Sisters) in ihrem Vortrag „Die Autorität derer, die leiden“. Diese katholische Ordensgemeinschaft setzt sich weltweit für arme, ausgebeutete und entmachtete Menschen ein.

In individuellen Reflexionsphasen und einer abschließenden Podiumsdiskussion haben die Teilnehmer des Studientags Gelegenheit, konkrete Ergebnisse für die Umsetzung in der pastoralen und missionarischen Arbeit vor Ort zu erschließen.

Überblick

  • Was:
    Studientag des IWM und NBI „Eine arme Kirche für die Armen – Das Anliegen des Papstes und seine theologische Bedeutung“
  • Wann:
    08. April 2014 , 09:30 Uhr
  • Wo:
    Hörsaalgebäude der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen Frankfurt am Main, Offenbacher Landstraße 224

Programm lesen

Institut für Weltkirche und Mission

Das 2009 gegründete Institut für Weltkirche und Mission (IWM) ist ein wissenschaftliches Institut der Deutschen Bischofskonferenz an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt/Main und gehört zu den wenigen Einrichtungen in Deutschland, in denen die Disziplin der Missionswissenschaften bzw. Missionstheologie institutionell an den Hochschulen verankert ist. Neben der Zielsetzung, die missionswissenschaftliche Forschung und Lehre in Deutschland zu stärken, verfolgt das Institut die Absicht, die theologische Auseinandersetzung mit weltkirchlichen Themen anzuregen. Seit Oktober 2010 ist P. Dr. Markus Luber kommissarischer Direktor des Instituts.

www.iwm.sankt-georgen.de

Oswald von Nell-Breuning-Institut

Das Oswald von Nell-Breuning-Institut wurde 1990 von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt-Georgen gegründet. Es dient der Forschung und Politikberatung aus der Perspektive der Christlichen Sozialethik, insbesondere der Wirtschaftsethik. Damit steht es in der Tradition der Katholischen Soziallehre, als deren Nestor Pater von Nell-Breuning (1890-1991) in seinen letzten Lebensjahrzehnten galt. Schwerpunkt der Arbeit sind die Zukunft der Erwerbsarbeit und des Sozialstaats sowie die Entwicklungen auf den internationalen Finanzmärkten und in der Weltwirtschaft insgesamt.

www.sankt-georgen.de/nbi

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