Einblick in die Ruhe-Oasen

  • © Bild: KNA
  • Köln - 03.04.2014

An diesem Freitag geht die Facebook-Seite zum ersten bundesweiten „Tag der offenen Klöster“ online. In dem Sozialen Netzwerk geben die Ordensgemeinschaften erste Einblicke, was ihre Besucher am 10. Mai erwartet. Sie versprechen auch Einblicke in jene Klosterbereiche, die Besuchern sonst verschlossen bleiben. Parallel dazu wird auf Internet-Kanälen wie Youtube ein Kurzvideo publiziert, mit dem Ordensleute für die Veranstaltung werben.

Rund 300 Klöster und Konvente öffnen am „Tag der offenen Klöster“ ihre Pforten für Besucher. Eingeladen sind alle, die am Ordensleben interessiert sind oder einfach hinter die Kulissen des klösterlichen Alltags schauen wollen, wie die Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK) am Donnerstag in Köln mitteilte. Organisiert hat den Tag die Arbeitsgemeinschaft Berufungspastoral der Orden (AGBO) innerhalb der DOK.

„Wir möchten allen Interessierten zeigen, wie Menschen im Kloster leben und was sie bewegt“, erklärt der DOK-Vorsitzende, Abt Hermann-Josef Kugler. Die Ordensleute stellten zunehmend fest, dass ihre Lebensform vielen Menschen nur noch aus Literatur und Fernsehen bekannt sei. Diese Bilder aber hätten wenig mit der Lebenswirklichkeit im Kloster zu tun. „So wollen wir am ‚Tag der offenen Klöster‘ dazu einladen, sich selber ein Bild zu machen, wie Leben im Kloster im 21. Jahrhundert aussieht“, sagt Kugler.

Zunes-Indigena Dorf ''Cerro los Vidales'', Schwester Anay Escher/Adveniat

Vielfältige Angebote

Oft verändere ein Besuch im Konvent das Bild, das die Gäste sich vom Klosterleben mitbrächten. Das gelte sowohl für die Klöster als Oasen von Spiritualität und Ruhe als auch für die Klostergemeinschaften, die „oftmals als bereichernd für die Gesellschaft“ erlebt würden. Diesen positiven Eindruck bestätigt Schwester Kerstin-Marie Berretz, Vorsitzende der AGBO. „Wir möchten einfach zeigen, wie schön unser Leben ist“, erklärt sie.

Dafür haben sich die Gemeinschaften etwas einfallen lassen: Die einen laden zu Kaffee und Kuchen oder zum Grillen ein, andere öffnen ihre handwerklichen Betriebe. Die Franziskaner in Vossenack präsentieren ein Marionetten-Theater. Die Klöster am Bodensee haben ihr Programm so aufeinander abgestimmt, dass Besucher eine „Kloster-Tour“ planen können. „Eigentlich geht es überall darum, miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Schwester Kerstin-Marie. „Die Angebote dazu sind so vielfältig wie die Gemeinschaften selbst.“

„Wir möchten einfach zeigen, wie schön unser Leben ist.“

— Schwester Kerstin-Marie Berretz

„Jahr der Orden“

Zur Deutschen Ordensobernkonferenz gehören rund 440 Obere, die bundesweit etwa 19.300 Ordensschwestern und 4.700 Ordensmänner in 109 Ordensgemeinschaften vertreten. Laut DOK gibt es in Deutschland 324 Ordensgemeinschaften für Frauen und 109 für Männer.

Entstanden ist die Idee zum „Tag der offenen Klöster“ bereits 2012. Einzelne Klöster hatten gute Erfahrungen mit ähnlichen Veranstaltungen gemacht. „Das Neue an unserer Idee ist, einen gemeinsamen Tag bundesweit anzubieten“, so Schwester Kerstin-Marie. Der Tag ist Teil des Programms zum „Jahr der Orden“, das Papst Franziskus für die Zeit von Oktober 2014 bis November 2015 ausgerufen hat. Die DOK nimmt dieses „Jahr der Orden“ zum Anlass, auf die Vielfalt des Ordenslebens in Deutschland aufmerksam zu machen. Abt Kugler: „Wir wollen das Jahr zur Begegnung mit den Menschen und der modernen Kultur nutzen.“

Von Paula Konersmann

© KNA

Mehr erfahren

Informationen zum Tag der offenen Klöster finden Sie im Internet unter

www.tag-der-offenen-klöster.de