Venezuelas Bischöfe bereit zu Vermittlungsaktion

  • Caracas - 25.03.2014

Die katholischen Bischöfe Venezuelas haben ihre Bereitschaft signalisiert, sich an einer internationalen Vermittlungsaktion in ihrem Land zu beteiligen. Wie die Tageszeitung „El Universal“ am Dienstag berichtete, boten die Bischöfe in einem am Montag veröffentlichten Schreiben an die Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR) ihre beratende Teilnahme an einer Krisenmission der UNASUR-Außenminister an.

Die Kommission, die Anfang April in Venezuela erwartet wird, soll einen Weg aus der politischen Krise des seit Wochen von Unruhen erschütterten südamerikanischen Landes finden. Ziel sei es, wieder ein friedliches Zusammenleben in Venezuela zu ermöglichen, heißt es in dem Schreiben der Bischofskonferenz.

Die Reise geht auf eine Initiative des venezolanischen Außenministers Elias Jaua zurück. Die Europäische Union unterstützt die UNASUR-Mission. Die venezolanische Opposition steht der UNASUR kritisch gegenüber. Sie wirft der Institution vor, einer öffentlichen und transparenten Prüfung der von ihr gesammelten angeblichen Beweise von Wahlmanipulationen nach der Präsidentschaftswahl 2013 nicht zugestimmt zu haben. Nach offiziellen Angaben hatte Präsident Nicolas Maduro die Wahl knapp gewonnen, die Opposition zweifelt bis heute die offiziellen Ergebnisse an.

33 Tote bei Protesten gegen die Regierung

Generalsekretär des von den südamerikanischen Linksregierungen dominierten Staatenbundes ist Alí Rodríguez Araque, der unter dem im vergangenen Jahr verstorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez von 2004 bis 2006 das Amt des Außenministers innehatte. Chavez war im vergangenen Jahrzehnt eine der treibenden politischen Kräfte zur Gründung der UNASUR, um die politische Einigung und Unabhängigkeit Südamerikas zu fördern.

Bei den seit über einem Monat andauernden Protesten gegen die sozialistische Regierung von Präsident Nicolas Maduro sind nach offiziellen Angaben bislang mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Die Demonstrationen richten sich gegen die Lebensmittelknappheit, die hohe Kriminalität, Polizeigewalt und staatliche Zensur. Die venezolanische Regierung betrachtet die Proteste als Putschversuch und ließ zahlreiche Oppositionspolitiker verhaften, die sie für die Gewalt verantwortlich macht. Menschenrechtsorganisationen erheben dagegen schwere Vorwürfe gegen die Sicherheitskräfte. Die katholische Kirche in Venezuela hat bereits mehrfach ihre Vermittlung angeboten und vorgeschlagen, der Sitz der venezolanischen Bischofskonferenz könnte neutraler Schauplatz eines Dialogs zwischen Regierung und Opposition werden.

© KNA

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