Katholischer Frauenverband fordert humanitäre Rechte für Frauen auf der Flucht

  • Freiburg - 08.03.2014

Die UN-Flüchtlingshilfe geht davon aus, dass mindestens 50 Prozent der weltweit 45 Millionen Flüchtlinge Frauen und Mädchen sind. Davon kommen aktuell jährlich circa 42.000 in Deutschland an. Längerfristiges Bleiberecht und bedarfsgerechte Hilfen für diese zumeist traumatisierten Frauen fordert der Frauenverband IN VIA anlässlich des heutigen Weltfrauentages.

Wie auch Männer fliehen Frauen aus Kriegsgebieten und wegen Verfolgung aus politischen und religiösen Gründen. Hinzu kommt, dass viele Frauen auch während ihrer Flucht Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind. Dies werde viel zu wenig gesehen, kritisiert IN VIA. „Weder mit der UN-Menschenrechtskonvention noch mit dem christlichen Menschenbild ist es vereinbar, dass die Notlage von Flüchtlingsfrauen in Deutschland ignoriert wird. Es ist unabdingbar, ihnen neben einem Bleiberecht sicheren Wohnraum, Angebote zur Traumabewältigung und Begleitung zu gewähren“, fordert Irme Stetter-Karp, Vorsitzende von IN VIA Deutschland.

Anerkennung geschlechtsspezifischer Menschenrechtsverletzungen als Asylgrund

Andere Fluchtgründe für Frauen sind geschlechtsspezifische Unterdrückung und Gewalt wie Zwangsverheiratung, genitale Verstümmelung oder Vergewaltigung. Die meisten dieser Frauen leiden anschließend unter den psychischen Langzeitfolgen, die von Ängsten und Depressionen über schwere Erkrankungen bis hin zu Suizid reichen. Nach Erkenntnissen von Pro Asyl erhalten jährlich nur etwa 120 Frauen in Deutschland eine Anerkennung ihres Asylantrages. Praxiserfahrungen von IN VIA bestätigen diesen Missstand. IN VIA kritisiert in diesem Zusammenhang, dass das seit 2005 in Deutschland geltende Recht auf Anerkennung solcher geschlechtsspezifischer Fluchtgründe kaum umgesetzt wird. „Wir fordern ein Asylverfahren in Deutschland, das geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen als Asylgrund anerkennt“, resümiert Irme Stetter-Karp.

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